Rechts vor links?

Von Thomas Eier Erstellt: 14. Januar 2020, 00:00 Uhr
Rechts vor links? Rechts vor links?

Über die Einhaltung der Regeln in
Wohngebieten mit Tempo 30

Tempo-Sünder und regelmäßige Vorfahrtsmissachtungen? Die Klagen aus der Brühlstraße in Lienzingen, die der örtliche Stadtrat und Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Günter Bächle, an die Stadtverwaltung weitergegeben hat, werden anderen Bewohnern anderer Gebiete – ob in Mühlacker oder sonst wo – auf Anhieb bekannt erscheinen. Weshalb es über den Lienzinger Fall hinaus nicht schaden kann, nochmals auf die gängigen Regeln für Tempo-30-Zonen hinzuweisen, die sich nicht allein auf die Einhaltung der Geschwindigkeit beziehen – in 30er-Zonen gilt nämlich auch: rechts vor links!

Im Alltag gerät das allerdings häufig in Vergessenheit, weil Autofahrer dazu neigen, sich an baulichen Gegebenheiten zu orientieren. Ist eine Straße breiter oder gerade, erscheint sie automatisch als Vorfahrtsstraße, und würden jene, die von rechts kommen, nicht Obacht geben, wären serienweise Karambolagen vorprogrammiert. Im besten Fall erntet derjenige, der trotz Vorfahrt zurücksteckt und wartet, eine entschuldigende Geste, die zeigt, dass der Andere seinen Fehler bemerkt hat. Immerhin.

In Tempo-30-Zonen zeigt sich somit zweierlei: zum einen die Neigung, sich im Straßenverkehr Dinge rauszunehmen, die den Spielregeln widersprechen, zum anderen aber auch die Bereitschaft, sich im Sinne der eigenen Unversehrtheit defensiv zu verhalten und auf diese Weise Unfälle zu vermeiden. Dabei sind es in klassischen Neubaugebieten ohne Durchgangsverkehr in neun von zehn Fällen die Bewohner selbst, die durch ihre Unachtsamkeit gepaart mit Hektik die Nachbarn gefährden. Es sei denn, es handelt sich um einen Paketdienst oder Linienbus etc., deren Fahrer auch nicht immer große Lust verspüren, vor jeder Einmündung runterzubremsen.

Nehmen wir das Beispiel Lienzingen zum Anlass, uns die Straßenverkehrsordnung und ihre Bestimmungen in Erinnerung zu rufen. Das gilt auch für den Stadtteil Mühlhausen, der flächendeckend eine einzige, große 30er-Zone ist. Rechts vor links gilt hier ab dem Ortsschild – auch wenn die Zufahrt über Steige und Schlossstraße auf viele wirkt, als müssten sie Vorfahrt haben.

Zum Thema siehe Artikel auf Seite 8.

Thomas Eier

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