Majestix von Aize

Von Frank Goertz Erstellt: 25. Juni 2018, 00:00 Uhr
Majestix von Aize Majestix von Aize

Werner Henle ist für Ötisheim ein Glücksfall – das wissen auch die Wähler, die ihn im Amt bestätigt haben

„Der Majestix von Aize“ – so lautete in unserer Zeitung vor Jahren die Überschrift zu einem Interview mit Bürgermeister Werner Henle. Damals, es war im Jahr 2010, wollte der Schultes seinen Chefsessel im „gallischen Dorf“ nicht räumen und warf seinen Hut für eine dritte Amtsperiode in den Ring. Heute, sieben Jahre später, ist Majestix 61 Jahre alt und dürfte finanziell ausgesorgt haben. Also könnte sich der Häuptling doch zur Ruhe setzen? Doch Henle mag vielleicht alles Mögliche sein – nur nicht amtsmüde. Und seine Untertanen müssen ihn auch nicht – so wie den literarischen Majestix – auf einem Schild durch die Gegend tragen. Henle steht mit beiden Beinen fest auf der Erde. Gleichzeitig wissen die Aizemer, was sie an ihrem Schultes haben. Das Wahlergebnis spricht Bände. Aize ohne Henle, das wäre wie Obelix ohne Zaubertrank.

1994 musste er sich bei der Bürgermeisterwahl in Ötisheim gegen neun Mitbewerber durchsetzen. Seitdem regiert er unangefochten, 2002 hatte er keinen Gegenkandidaten, und sein einziger Herausforderer 2010 kam nicht über eine Statistenrolle hinaus. Die schrille Fridi Miller als Kandidatin 2018 war ebenfalls nur eine Randnotiz.

Während so mancher Schultes in der Region über renitente Bürger oder seine Gemeinderäte klagen könnte, scheint in Aize die Welt in Ordnung zu sein. „Er wird von seinen Leuten respektiert, und die meisten anderen Gallier schätzen oder fürchten ihn als guten Kämpfer“ – diese Beschreibung von Majestix aus einer Asterix-Enzyklopädie trifft auch auf den Ötisheimer Schultes zu.

Henle weiß die Aizemer Harmonie offenbar zu schätzen, wobei er selbst nicht zwangsläufig immer auf Harmonie gebürstet ist. „Wenn es um meine Gemeinde geht, verstehe ich keinen Spaß“, hatte er bei der Kandidatenvorstellung in Anspielung auf einen Konflikt mit dem Enzkreis gesagt, in dem es um die Anmietung von Wohnungen für Flüchtlinge ging. Und auch beim Thema Hochwasserschutz, der aus Henles Sicht durch bürokratischen Starrsinn verzögert wird, nimmt der Schultes kein Blatt vor den Mund. Meist freundlich im Ton, dafür aber knallhart in der Sache macht er sich dann für die Interessen der Gemeinde stark. „Wir machen Aize fit für die Zukunft“ – diesen Slogan hat Henle für einen „Wahlkampf“ gewählt, der eigentlich keiner war. Schließlich wollte keiner am Stuhl des Majestix von Aize sägen. Das mag man aus demokratischer Sicht bedauern, für Ötisheim ist es aber nicht das Schlechteste. Dass die Gemeinde schuldenfrei ist und – im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen – auch ihre wertvolle Infrastruktur in Ordnung hält, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Werner Henle.

Frank Goertz

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