Klares Ergebnis

Von Frank Goertz Erstellt: 15. Oktober 2018, 00:00 Uhr
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Nach einem Kampf mit harten Bandagen gehen die Kontrahenten jetzt hoffentlich einen Schritt aufeinander zu

Der Konflikt um das Wohnheim der Caritas hat einen tiefen Graben in die Gemeinde gerissen. Jetzt ist er entscheiden. Mit deutlicher Mehrheit haben die Bürger dafür votiert, dass die Caritas im Wiesental ein Wohnheim für Menschen mit schweren Behinderungen bauen kann.

 

Was sich in den zurückliegenden Wochen in der Gemeinde zugetragen hat, dürfte allerdings noch lange nachhallen. Kaum zu glauben, dass die Risse schnell geschlossen werden können. Boxer geben sich auch nach einem harten Duell die Hände – vielleicht sollten die Konfliktparteien in Illingen nicht lange warten und den schweren Schritt aufeinander zugehen, sich dabei gegenseitig fragen, was denn hier passiert ist. Immerhin standen sich nicht Hinz und Kunz gegenüber. Unter anderem hat der Ehrenbürger und Bürgermeister a.D., Ewald Veigel, gemeinsam mit Bürgermeister-Stellvertreter und dienstältestem Gemeinderat, Winfried Scheuermann, gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen die Caritas, Bürgermeister Harald Eiberger und die überwältigende Mehrheit des Gemeinderats gekämpft. Dass sich beide Parteien dabei gegenseitig Tricksereien, dreiste Lügen und unmoralische Angebote vorwerfen und dabei den jeweils anderen bezichtigen, jegliche ethische Orientierung in einem christlich-humanistischen Sinn verloren zu haben, ist…ein Trauerspiel.

 

Wie konnte es eigentlich geschehen, dass eine Handvoll unmittelbar betroffener Nachbarn an der Schützinger Straße so viele Menschen hinter sich gebracht haben, dass sie ein Wohnheim für Menschen mit schweren Behinderungen verhindern wollten? Derartige Proteste sind in Illingen leider keine Seltenheit. Häufig haben sich die Bürger in der Vergangenheit übergangen gefühlt, werfen der Verwaltung und dem Gemeinderat eine Politik hinter verschlossenen Türen vor.

 

Im Fall des Konflikts um das Caritaswohnheim habe die Kommunalaufsicht der Gemeinde bescheinigt, dass ihre Vorgehensweise beim Grundstücksverkauf vollkommen in Ordnung gewesen sei, betont Bürgermeister Harald Eiberger immer wieder. Grundstücksangelegenheiten müssten grundsätzlich nicht-öffentlich behandelt werden. Alles Weitere werde im Bebauungsplanverfahren geklärt. Trotzdem sei die Frage erlaubt, ob es nicht einen Weg zu mehr Transparenz gegeben hätte. Nicht jede Vorgehensweise, die „korrekt“ ist, muss der einzig wahre Weg sein. Auf jeden Fall kam die „Dialogveranstaltung“ der Caritas und der Gemeinde im Januar 2018 viel zu spät. Und als dort bekanntwurde, dass das Grundstück bereits Ende 2017 verkauft worden war, war das Kind endgültig in den Brunnen gefallen.

 

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass mit dem Ergebnis beim Bürgerentscheid der Frieden in die Gemeinde zurückkehrt.

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Frank Goertz

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