Kein Maischerz

Von Frank Goertz Erstellt: 2. Mai 2018, 00:00 Uhr
Kein Maischerz Kein Maischerz

Der Amtsschimmel keilt aus und trifft den Heimatverein Lomersheim

Man könnte es fast für einen schlechten Maischerz halten: Seit Jahren engagieren sich die Mitglieder des Heimatvereins Lomersheim, um den Bierkeller und die vergessene Sporthalle am Großglattbacher Weg zu retten. Nicht etwa aus Eigennutz, sondern für die Stadt Mühlacker und ihren Stadtteil Lomersheim. Aber jetzt wirft die Stadt den Ehrenamtlichen einen so dicken Knüppel zwischen die Beine, dass sie überlegen, auf einen Schlag alle Arbeiten einzustellen.

Was den Mitarbeiter im Baurechtsamt getrieben hat, jetzt plötzlich zu verlangen, dass der Heimatverein in einem teuren Verfahren die Arbeiten im Sinne einer Nutzungsänderung legitimiert, war am gestrigen Feiertag nicht zu recherchieren. Aber offensichtlich hat der Mitarbeiter das Mühlacker Tagblatt gelesen. Denn in seinem Schreiben an den Heimatverein bezieht er sich auf einen Artikel über das Bierkeller-Projekt, der am 13.April erschienen ist.

Wenn man jetzt in die Klischeekiste greifen wollte, könnte man behaupten, dass der Amtsschimmel nach dem Lesen des Artikels aus dem Tiefschlaf erwacht ist und plötzlich hyperaktiv durch die Geschichte galoppiert. Da war doch mal was? „Bevor weitere Umbaumaßnahmen und Investitionen vom Verein erbracht werden, denke ich, ist jetzt der richtige Zeitpunkt für Ihren Bauantrag“, mailt der städtische Mitarbeiter an den Vorsitzenden des Heimatvereins – und sitzt dabei offensichtlich einigen Missverständnissen auf.

Überhaupt ist es schwer zu verstehen, warum ein Mieter, in dem Fall der Heimatverein, für die notwendigen Genehmigungen an einem Gebäude, das nicht ihm, sondern der Stadt gehört, verantwortlich sein soll. Aber man muss ja auch nicht alles verstehen…

Und der Heimatverein hat schließlich auch nicht in Schwarzarbeit hinter dem Rücken der Stadt die Rettung des Gebäudes vorangetrieben. Die Pläne des Heimatvereins waren auf dem Rathaus durchaus bekannt – und wurden offenbar auch begrüßt.

Wenn die Stadt der Meinung ist, dass die Umbauten genehmigt werden müssen, warum übernimmt sie – als Eigentümer des Gebäudes – nicht selbst dafür die Kosten und beauftragt einen Architekten? Aber wie gesagt: Man muss ja nicht alles verstehen…

Aber womöglich fängt der Gemeinderat den Amtsschimmel ein. Zumindest die CDU-Fraktion hat bereits reagiert und mahnt Unterstützung für die Ehrenamtlichen an. Das ist mal eine Reaktion, die man verstehen kann…

Frank Goertz

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