Immerhin, aber…

Von Maik Disselhoff Erstellt: 9. November 2018, 00:00 Uhr
Immerhin, aber… Immerhin, aber...

Die neue Radspur ist gut gemeint, aber nicht gut durchdacht

Mühlacker hat einen neuen Radfahrstreifen, der für lebhafte Diskussionen und teilweise auch spöttische Bemerkungen sorgt. Die Aufmerksamkeit, die dem 500 Meter langen Spürchen zuteil wird, ist der Beweis dafür, dass es in der Stadt mit der Infrastruktur für Radfahrer noch hapert. Dabei dürfte die Bedeutung der Fahrräder auf lange Sicht auch in Mühlacker eher noch zunehmen. Das E-Bike, das auch für ältere Radler neue Perspektiven eröffnet, lässt grüßen. Insofern ist die Radspur an der B10 eigentlich eine gute Sache. Auch auswärtige Radler, die sich in Mühlacker nicht auskennen und deshalb vielleicht den kürzesten Weg in oder durch die Stadt suchen, dürfen sich auf 500 Metern der innerstädtischen B10 künftig eindeutig sicherer fühlen.

Die neue Radspur hat aber auch ihre Tücken, die dringend noch entschärft werden müssen. Was etwa fehlt, ist eine klare Kennzeichnung, die deutlich macht, dass auf dem Streifen nur in eine Richtung gefahren werden darf – nämlich bergab. Gerade im unteren Bereich ist die Spur so breit, dass Radler bereits auf die verständliche Idee kamen, die neue „Radautobahn“ in die Gegenrichtung bergauf zu nutzen. Das ist jedoch nicht erlaubt und stößt im oberen Bereich, wo sich die Spur stark verjüngt, an natürliche Grenzen. Ein weitaus größeres Manko, das erhebliche Risiken birgt, ist das Ende der Radspur, wo der Radfahrer, ohne dass er es so richtig bemerkt, plötzlich auf einer Rechtsabbiegerspur für Autofahrer unterwegs ist. Auch aus der Perspektive der motorisierten Verkehrsteilnehmer ist die Situation unklar. Hier lediglich auf die Vernunft und Rücksichtnahme aller Beteiligten zu bauen, erscheint mehr als fragwürdig. Zu klären wäre, wie der Endbereich der Radspur durch eine Nachbesserung bei der Markierung und eventuell eine Beschilderung entschärft werden könnte. Unter dem Strich zeigt die Spur, dass die Infrastruktur für Radler in der Stadt noch Stückwerk ist. Ein umfassendes Radwegkonzept mit guten Lösungen sieht jedenfalls anders aus.

Weiterlesen

Praxisbezogen

Die Nachricht, wonach die Zukunft einer renommierten Hausarztpraxis im besten Fall auf lange Sicht gesehen gesichert ist, ist heutzutage eine echte Erfolgsmeldung. Denn in Zeiten, in denen sich viele Mediziner… »