Im Vergleich

Von Thomas Eier Erstellt: 10. Oktober 2019, 00:00 Uhr
Im Vergleich Im Vergleich

Sind Bus und Bahn eine attraktive
Alternative zum eigenen Auto?

Zug und Linienbus, Pedelecs zum Ausleihen und dazu jetzt noch das E-Car-Sharing: Am Mühlacker Bahnhof wird dem Reisenden, was die Alternativen zum eigenen Auto betrifft, das volle Programm geboten. Allerdings kündigt ausgerechnet am selben Tag, an dem mit der Bereitstellung von Elektro-Autos das Konzept der Mobilitätszentrale vollendet ist, der regionale Verkehrsverbund eine Erhöhung der Fahrpreise für Bus und Bahn an – und löst damit eine neue Debatte um die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs aus.

Um Menschen zum Umsteigen zu bewegen, muss das Gesamtpaket passen, und das bezieht sich nicht allein auf die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der Züge, die nach wie vor deutlich zu wünschen übrig lässt. Natürlich ist der Preis fürs Ticket ein wichtiger Faktor, wenn jemand freiwillig auf sein Auto, das große Bequemlichkeit und volle Flexibilität ohne Fahrplan garantiert, verzichten soll. Wer zum Shoppen nach Pforzheim will, wird im Zweifelsfall kalkulieren: Was kostet die Fahrkarte, was brauche ich im Gegenzug für Sprit und Parkgebühren? Geht die Rechnung einigermaßen auf, könnte das für eine entspannte Anreise ohne rote Ampel und Parkplatzsuche sprechen, und wenn nicht …

Was sich Gelegenheitsfahrer wie der Autor vor allem wünschen, ist ein möglichst einfaches und transparentes Tarifmodell, für das er keine Schulung am Automaten braucht, bevor er zu seinem sonntäglichen Ausflug in den Schwarzwald startet. Auch in dieser Hinsicht ist im regionalen Gefüge sicherlich noch Luft nach oben, und nicht umsonst hat der Verkehrsclub Deutschland, um den Einstieg zu erleichtern, für ein günstiges Tagesticket für drei Euro im Stadtgebiet von Mühlacker geworben. Pauschal drei Euro für alle Buslinien auf der Gemarkung? Klingt nicht nur preisgünstig, sondern auch wohltuend simpel.

Mehr Geld für den öffentlichen Personennahverkehr fordert in ihrer Mitteilung die CDU-Fraktion im Kreistag. Den Fahrgast würden höhere Zuschüsse freuen – so bleibt das Ticket billig.

Im Grunde ist es wie bei allen Dienstleistungen: Stimmt das Angebot, wird der Kunde – zumal in Zeiten der großen Klimadebatte – am Ende auch eher dazu bereit sein, ein paar Cent oder Euro mehr zu bezahlen. Umgekehrt ist es bei allen wirtschaftlichen Zwängen wenig werbewirksam, gerade in jenen Phasen, wenn Züge ständig verspätet sind, noch an der Preisschraube zu drehen. Man frage nach bei der Deutschen Bahn.

Thomas Eier

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