Hohe Erwartung

Von Maik Disselhoff Erstellt: 22. Juni 2018, 00:00 Uhr
Hohe Erwartung Hohe Erwartung

Hoffentlich wird das Konzept „Maulbronn 2030“ nicht falsch verstanden

Nach rund zwei Jahren Arbeit steht das Stadtentwicklungskonzept „Maulbronn 2030“, für das sich ursprünglich die SPD starkgemacht hatte. Ein Wunschprojekt der Bürger wird sogar gleich in Angriff genommen. Die KE hat den Auftrag bekommen, planerisch das Potenzial für eine Umgestaltung der Talaue auszuloten. Einige Maulbronner wünschen sich in dem Bereich zwischen Kloster und ehemaligem MWK-Areal eine gartenschauähnliche Anlage. Bereits an diesem Projekt dürfte sich zeigen, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Lücke klafft, die sich nicht so einfach schließen lässt, und die imstande ist, Vertrauen zwischen einem Teil der Bürger und den Akteuren der Kommunalpolitik zu zerstören.

Tatsache ist, dass etliche Ideen, die in das Stadtentwicklungskonzept Eingang gefunden haben, viel Geld kosten. Zum anderen ist die Wirklichkeit komplex, was am Beispiel der Talaue konturenscharf sichtbar wird. Dort besitzt etwa das Land einen Teil der großen Parkplatzfläche, die auch künftig weiterhin benötigt werden dürfte. Dazu kommt, dass im Umgebungsbereich des Klosters baulichen Veränderungen aus Gründen des Denkmalschutzes enge Grenzen gesetzt sind. Außerdem gibt es in dem Gebiet wasserrechtliche Vorgaben, die eine Planung erschweren. Trotz dieser Restriktionen dürften die Erwartungen, die durch die Bürgerbeteiligung geweckt wurden, im konkreten Fall hoch sein.

Nicht nur in Sachen Umgestaltung der Talaue könnte am Ende eines langen Weges, auf dem im Übrigen nur ein kleiner Teil der Maulbronner Bürgerschaft seine Visionen engagiert artikuliert hat, Frust stehen. Wenn dieser dann auf die Verantwortlichen im Gemeinderat und in der Verwaltung zurückfällt, wäre dies verheerend. Dann würde aus der gut gemeinten und im Trend liegenden Bürgerbeteiligung Politikverdrossenheit – nach dem Motto: „Erst werden wir gefragt, und dann wird nichts gemacht“. Es darf deshalb nicht sein, dass „Maulbronn 2030“ als strenge Vorgabe gesehen wird. Jedem Bürger muss klar sein, dass das Konzept nur als Kompass für die Kommunalpolitik dient, die sich übrigens auch ohne Bürgerbeteiligung bereits mit den meisten der im Stadtentwicklungskonzept aufgearbeiteten Themen in unzähligen öffentlichen Sitzungen befasst hatte – mit ehrenamtlichen, engagierten Stadträten.

Zum Thema siehe auch Bericht Seite 9.

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