Großbaustellen

Von Thomas Sadler Erstellt: 25. Mai 2018, 00:00 Uhr
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Das künftige Ziegeleiareal ist eine Bereicherung, kostet aber Geld und Zeit

Die Stadt Mühlacker hat viele Baustellen. Eine der größten ist das ehemalige Ziegeleiareal, wo eine Industriebrache in ein hochwertiges Gebiet mit Einkaufsmärkten und Wohnbebauung in Bahnhofsnähe verwandelt werden soll.

Dass das Projekt nicht nur städtebaulich sinnvoll, sondern darüber hinaus ambitioniert und anspruchsvoll ist, zeigt sich zunehmend. Zur Erinnerung für jene, die sich nicht mehr so genau erinnern: Eigentlich sollte eine Immobiliengesellschaft das Vorhaben in die Hand nehmen und das Gelände entwickeln und aufwerten. Doch plötzlich zog das Unternehmen die Reißleine, und der Stadt blieb nicht viel anderes Sinnvolles übrig, als die Fläche für rund acht Millionen Euro zu übernehmen.

Rückblickend wäre es freilich besser gewesen, die Kommune hätte die Sache von Anfang an selbst in die Hand genommen. So ruhten die Hoffnungen auf einem Unternehmen, das abgesprungen ist und am Ende Zeit gekostet hat. Und auch gegenwärtig geht es nicht so schnell voran, wie es sich manch ein außenstehender Betrachter wünschen mag. Bei näherem Hinschauen zeigt sich rasch, dass noch etliche Hürden zu nehmen, mehrere Weichen zu stellen sind. Bis da, wo einst Ziegel hergestellt wurden, Märkte und Wohnhäuser stehen, dürfte noch einige Zeit vergehen. Nicht umsonst spricht Bürgermeister Abicht von einer „Herkulesaufgabe“. Kein Grund für Pessimismus: Am Ende wird Mühlacker voraussichtlich trotz verschiedener Unwägbarkeiten in der Umsetzung um ein attraktives Quartier reicher sein. Der Preis dafür sind finanzielle und personelle Belastungen.

Was für die Stadtverwaltung – und den Gemeinderat – erschwerend hinzukommt, ist, dass es noch mehr Großbaustellen von hoher kommunalpolitischer Bedeutung gibt. Und keine steht kurz vor dem Abschluss. Da wäre etwa der Bau einer Stadthalle, von der noch nicht klar ist, wie genau sie aussehen soll und wie viel sie kosten darf. Und dann schwebt da nach wie vor die Frage nach der Ausweisung eines großen Gewerbe- und Industriegebiets wie ein Damoklesschwert über den Verantwortlichen. Ein Thema, bei dem der Gemeinderat gespalten ist und kein Standort unumstritten ist. Kontroverse Debatten sind da programmiert – zumal im nächsten Jahr Kommunalwahlen stattfinden.

Thomas Sadler

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