Facebook-Verbot in der Schule: Pro und Contra

Erstellt: 31. Juli 2013, 04:00 Uhr
Facebook-Verbot in der Schule: Pro und Contra Facebook-Verbot in der Schule: Pro und Contra

 

Pro

Computerlehrer

Das Verbot ist richtig: Schule muss auch ohne Facebook funktionieren

Von Thomas Eier

Profilfoto_Eier_Thomas_1_freiWarum nicht gleich ein reiner Fernunterricht ? Lehrer und Schüler bleiben daheim, Unterricht und mündliche Prüfungen laufen über Videokonferenzen ab, schriftlichen Arbeiten und Benotungen werden auf Facebook gepostet, damit auch die NSA etwas davon hat. Schulen und Klassenräume werden überflüssig, und wenn das Modell richtig ausgereift ist, könnte ein Computerprogramm den allzu menschlichen Pädagogen ersetzen. Eine zwar unpersönliche, aber moderne Lösung und preiswert noch dazu . . .

Schöne neue Welt. Doch bis es so weit ist, bauen wir lieber darauf, dass Lehrer und Schüler das, was sie sich mitzuteilen haben, im Unterricht, auf dem Flur oder im Lehrerzimmer von Mensch zu Mensch erledigen. Es geht nicht nur um Datenschutz, es geht auch um die Idee von Schule als Ort der Kommunikation und des Austauschs. Die einzige richtige Plattform dafür ist das Klassenzimmer, wo der Lehrer seinen Schützlingen ins Gesicht sieht, wo er seine Erwartungen in direkter Ansprache formuliert und sich die Schüler mit einem Stöhnen für Hausaufgaben und Zensuren bedanken.

 

Contra

Realitätsfern

Das Verbot ist falsch: Neue Medien gehören zur modernen Schule

Von Kathrin Goll

Profilfoto_Kathrin_GollFacebook und soziale Netzwerke sind die Lebenswirklichkeit junger Menschen. Die Schule muss lernen, damit umzugehen. Schulische Fragen, unterrichtsbezogener Austausch, Koordination von Klassenfahrten und Ausflügen: Soziale Netzwerke können dabei helfen, die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern zu verbessern.

Viele Jugendliche kann man nicht mehr mit E-Mails, Briefen, Telefonketten oder einer Sprechstunde im konventionellen Stil erreichen. Willkommen in der Realität, liebes Kultusministerium!

Wieso also ein striktes Facebook-Verbot zwischen Lehrern und Schülern ? Ein Rückschritt in den Lehrmethoden. Die Aufgabe von Schule muss es sein, den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken zu vermitteln, das Schulfach Medienkompetenz fest im Lehrplan zu verankern. Deshalb brauchen die Pädagogen eine Qualifikation und Sensibilisierung für diesen Bereich. So gelingt eine professionelle und pädagogische Distanz – und die Trennung von dienstlicher und privater Kommunikation auf diesen Plattformen.

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