Absurd korrekt

Von Frank Goertz Erstellt: 23. Oktober 2019, 00:00 Uhr

Natürlich muss das Land klare Richtlinien aufstellen, welche Projekte es zu welchen Bedingungen fördert. Aber dummerweise laufen Richtlinien meist der Realität hinterher – beispielsweise bei dem Caritaswohnheim in Illingen für Menschen mit Behinderungen. Hier würde es einen Investitionszuschuss für den Bau in Höhe von 2,1 Millionen Euro geben, wenn die Caritas es den Bewohnern mit schwersten Handicaps zumuten würde, dass sie tagtäglich quer durch den Enzkreis zu Betreuungseinrichtungen gekarrt werden. Das wäre eine Qual und völlig absurd. Abgesehen davon, dass die entsprechenden Betreuungseinrichtungen womöglich erst noch gebaut werden müssen. Aber das Sozialministerium und der Kommunalverband Jugend und Soziales beharren auf Richtlinien. In dem Begriff verbirgt sich zwar das Wort „richt“(ig), aber richtig sind sie deshalb noch lange nicht. Ganz im Gegenteil: Der Fall zeigt einmal mehr, dass die Wirklichkeit wesentlich vielschichtiger ist als die Vorschriften, die im Sozialministerium gemacht werden.

Frank Goertz

Stellvertretender Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

Frank.Goertz@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Was geht?

Was geht?

Trotz aller Probleme herrschtin Mühlacker kein Stillstand Der Vorwurf, in Mühlacker gehe nichts voran, ist weder fair noch zutreffend, auch wenn wichtige Aufgaben bislang unerledigt sind. Während viele im Mühlehof-Loch… »