Zwei Herzen schlagen in einer Brust

Die Halbfranzösin Christin Braun fiebert dem Viertelfinalspiel entgegen und kann sich freuen, egal wer als Sieger vom Platz geht

Von Lukas Huber Erstellt: 4. Juli 2014, 00:00 Uhr
Zwei Herzen schlagen in einer Brust Christin Braun ist glücklich, egal wer heute gewinnt. Labrador-Mischling Bobby hingegen signalisiert klar die Farben Schwarz-Rot-Gold. Foto: Huber

Maulbronn. Heute Abend gilt es für die deutsche Mannschaft: Mit einem Sieg gegen den Nachbarn Frankreich kann die DFB-Elf ins Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien einziehen. Christin Braun aus Maulbronn, freie Mitarbeiterin des Mühlacker Tagblatt, fiebert mit ihrer Familie dem Spiel besonders entgegen, denn ihre Mutter Caroline kommt ursprünglich aus Frankreich.

„Ganz egal, wer gewinnt, ich freue mich so oder so“, sagt Tochter Christin, die garantiert bei allen Toren jubeln werde. Würde sich Deutschland durchsetzen, wäre es der Maulbronnerin allerdings einen Tick lieber: „Es sind ja nicht viele Franzosen hier, von daher wird das Feiern bei einem erfolgreichen Abschneiden von Jogis Jungs einfach schöner.“

So sieht das auch Mutter Caroline: „Ich persönlich kann nur gewinnen.“ Sicher, sie komme ursprünglich aus Frankreich und stehe in regem Kontakt zur Verwandtschaft. „Trotzdem wünsche ich mir, dass Deutschland nach einem tollen Spiel beider Teams knapp gewinnt.“ Sie habe es 1998 erlebt, als Frankreich den Titel im eigenen Land geholt hat. „Damals musste ich alleine jubeln und konnte die Freude nicht so richtig teilen.“ Bei den deutschen Siegen hingegen genieße sie es, sich von der gemeinsamen Euphorie tragen zu lassen, zu feiern und auch bei den Auto-Korsos mitzumachen. Beim heutigen Spiel habe die Familie eine große Gruppe von Freunden eingeladen, auch Leute aus Frankreich. „Natürlich werde ich jubeln, wenn Frankreich ein Tor schießt, allein schon, um unsere deutschen Freunde etwas zu necken“, schmunzelt die Französin, die mittlerweile einen deutschen Pass besitzt.

Weltmeister? Das packt

Deutschland dieses Mal!

„Ich werde mir das Spiel mit Freunden beim Public Viewing in Pforzheim ansehen“, sagt Tochter Christin, die auch erfolgreiche Karatekämpferin ist. Die Deutschfranzösin möchte Flagge zeigen, und zwar von beiden Nationen. „Mal schauen, vielleicht male ich auf jede Backe ein Wappen.“ Sie wolle schließlich auch von beiden Teams Tore sehen. „Am liebsten wären mir Tore von Miroslav Klose für Deutschland und Mathieu Valbuena für Frankreich.“ Beide Stürmer seien ihre Lieblingsspieler. „Klose würde ich auch noch ein Tor gönnen“, denkt Vater Sven Braun laut nach. „Derzeit hält er ja gemeinsam mit Ronaldo den WM-Rekord von 15 Toren. Mit einem mehr wäre er alleiniger Rekordhalter.“

Die Chancen, dass Deutschland bei dem Nachbarduell als Sieger vom Platz geht, schätzt Tochter Christin als gut ein, obwohl „viele meiner Freunde sagen, Frankreich sei stärker“. Deutschland hat nach Meinung der 17-Jährigen bislang mehr überzeugt, „und wenn sie so spielen wie gegen Portugal, können sie jede Mannschaft der Welt schlagen“.

Beim Tipp des Weltmeisters ist sich Familie Braun einig: „Das packt Deutschland dieses Mal. Die Mannschaft von Jögi Löw hat einfach die besten Chancen“, sagen alle drei, ohne lange zu überlegen. „Es wird auch echt mal wieder Zeit für einen Titel“, findet der Vater.

Anders sieht das die Familie von Mutter Caroline, die in ihrer Heimat lebt: „Dort drücken natürlich alle dem französischen Team die Daumen“, doch sei jedem klar, dass Deutschland ein schwerer Gegner sei.

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