Wie die Bilder laufen lernten

Abenteuer Heimat: Kinderfilmhaus der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg

Von Maren Recken Erstellt: 24. August 2013, 15:59 Uhr
Wie die Bilder laufen lernten Welche Arten von Trickfilmen gibt es? Was sind die Besonderheiten, und worauf muss bei der Herstellung geachtet werden? Hierauf bekommen die Besucher im Kinderfilmhaus Antworten. Foto: Recken

Eine Einführung in die Geschichte des Trickfilms und die Möglichkeit, selbst den einen oder anderen Trickfilmtrick auszuprobieren, das bekommen junge und ältere Besucher im Kinderfilmhaus der Filmakademie Baden-Württemberg.

Ludwigsburg. „Und los geht’s“: Elisabeth Hamberger, Absolventin der Baden-Württembergischen Filmakademie und Führerin im von eben dieser betriebenen Kinderfilmhaus in Ludwigsburg, gibt das Kommando. Und schon beginnen zahlreiche Kinderhände, die große Trommel, um die herum sich die Kinder während der Trickfilmführung aufgestellt haben, zu drehen. Schneller und immer schneller greifen die Kinderhände zu, drehen die äußere Trommel. An deren Innenwand sind 25 Bilder angebracht, 25-mal derselbe Jockey auf seinem galoppierenden Pferd. Genau in der Mitte ist eine zweite Trommel angebracht, ein Spiegelglasprisma, ebenfalls aus 25 einzelnen Spiegeln. Und wie von Zauberhand beginnt der Jockey auf seinem Pferd zu galoppieren. Aus den gespiegelten Einzelbildern wird die weiche Bewegung eines galoppierenden Jockeys.

Die Bilder haben laufen gelernt. Drehen die Kinderhände langsam, galoppiert der Jockey ganz langsam, drehen sie schneller, legt er los, als würde er gleich das Pferderennen gewinnen. Dann stoppen die Kinderhände auf das Kommando von Elisabeth Hamberger hin und drehen die Trommel in die andere Richtung, und schon galoppiert der Jockey rückwärts. Das sei ein Praxinoskop, erklärt Elisabeth Hamberger und führt weiter aus: „1870 hat man den ersten Film gemacht, und das war so einer der ersten Versuche.“

Kaum haben die Kinder das Praxinoskop ausprobiert und einiges darüber erfahren, geht es weiter in den nächsten Raum. Bevor die mehrschichtige Glastür, die dorthin führt und deren einzelne Schichten mit sich überlagernden Giraffen bemalt sind, geöffnet wird, fragt Elisabeth Hamberger die Kinder noch, was ihnen denn an den Giraffen auffällt. Die Antworten kommen schnell: „Die eine hat Punkte, die andere hat Flecken und eine dritte Sterne. Die eine hat den Kopf oben und das Maul offen, die andere hat ihn gesenkt und das Maul geschlossen.“ So lernen die Kinder ganz nebenbei, dass für einen Trickfilm viele unterschiedliche Bilder, in diesem Fall Zeichnungen, notwendig sind, damit am Ende ein flüssiger Film entsteht. Ganz genau 24 Bilder pro Sekunde. Und sie lernen, dass es wichtig ist, auf kleine Details zu achten, weil der Film am Ende sonst nicht stimmt. Daher habe der Zeichner der Giraffe eindeutig zu viele Fehler gemacht, so Elisabeth Hamberger, schließlich könne die ja nicht einmal Sterne und einmal Punkte auf der Haut haben.

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Während der ganzen Führung durch das zweistöckige Kinderfilmhaus wechseln sich Informationen rund um die verschiedenen Arten von Trickfilmen mit kurzen Trickfilmvorführen ab. Ein kurzweiliger Abriss in Sachen Filmgeschichte. Da gehören beispielsweise Infos zu Trickfilmen mit Puppen ebenso dazu wie Interessantes rund um computeranimierte Trickfilme, das Ausschneiden von Papierfiguren, die sich später im Film bewegen sollen, und das Erstellen eines eigenen kurzen Trickfilms. In diesem posieren die Kinder als Akteure vor an einem Palmenstrand.

Neben der Trickfilmführung bietet das Kinderfilmhaus auch noch eine sogenannte Realfilmführung. Da werden Werbefilme, Dokumentar- oder Spielfilme unter die Lupe genommen. Wem eine einfache Führung nicht ausreicht, der kann seinen Geburtstag im Kinderfilmhaus feiern.

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