Straßenfest feiert kleines Jubiläum

Freude wird durch rückläufige Teilnehmerzahl getrübt – Positiv: Auch Verein aus Ötisheim macht erstmals mit

Von Thomas Sadler Erstellt: 29. August 2013, 11:43 Uhr
Straßenfest feiert kleines Jubiläum Das Mühlacker Straßenfest, hier ein Bild aus dem Vorjahr, findet 2013 zum 40. Mal statt. Das Veranstaltungsareal konzentriert sich überwiegend auf Dürrmenz. Foto: Stahlfeld

Das Mühlacker Straßenfest 2013 ist kein ganz gewöhnliches, sondern die 40. Auflage der erfolgreichen Traditionsveranstaltung. Umso bedauerlicher ist, dass die Zahl der Teilnehmer sinkt. Auch können die Besucher trotz des kleinen Jubiläums keine besonderen Aktivitäten erwarten. Für Spektakel fehlt den ausrichtenden Vereinen schlicht das Geld.

Mühlacker. Mit 40 wird der Schwabe g’scheit. Veranstaltungen wie das am 7. und 8. September stattfindende Straßenfest wiederum sind zwar nicht in der Lage, schlauer zu werden, doch verdient der 40. Geburtstag auf jeden Fall eine spezielle Erwähnung. Allerdings: Feierlichkeiten sollten die Gäste sich nicht erhoffen. „Es läuft ab wie immer. Die Vereine finanzieren das Fest aus eigenen Mitteln. Für ein Feuerwerk ist da kein Geld übrig“, bedauert Jochen Schray, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Vereine.

Und doch wird manches anders sein als früher. So erfolgt die Eröffnung am Samstag um 16 Uhr nicht unter freiem Himmel, sondern auf einer Bühne in der Reichmannstraße. Für den Startschuss sorgen Böllerschüsse, die nicht mehr vom Enzvorland abgefeuert werden, sondern auf der Burgruine Löffelstelz. Da das Vorland des Flusses und der ehemalige Parkplatz beim inzwischen abgerissenen Jugendhaus als Standort für Vereinszelte durch die Gartenschaubaustelle entfallen, fallen auch drei ausländische Vereine weg. Auf dem neuen Parkplatz parallel zur Enzstraße hingegen werden der Jugendraum Großglattbach und der TSV Großglattbach ihre Gäste verköstigen.

Doch nicht nur auf längst vertraute Stände von Gruppen mit Migrationshintergrund haben die Gäste 2013 zu verzichten. Zunächst hätten sich 35 Vereine und Gruppen angemeldet, berichtet Bernd Meier, bei der Stadtverwaltung für die Organisation des Straßenfestes zuständig. Aber dann seien der Türkische Verein für Integration und der Turnverein Mühlacker abgesprungen. Die Türken aufgrund von Personalmangel, die Turner, weil sie befürchteten, auf der ihnen vertrauten Fläche bei der Musikschule Gutmann wegen der Baustelle nicht genug Platz zu haben. „Einem Angebot, einen neuen Standort zu suchen, wollte der Verein nicht nähertreten“, so Meier. Gleichzeitig habe der TV jedoch angekündigt, im nächsten Jahr wieder mit von der Partie zu sein.

Nur noch 33 Teilnehmer – damit dürfte ein Tiefststand erreicht sein. „Das sind noch weniger als 2012“, weiß Bernd Meier. Da ist es nur ein schwacher Trost, dass Mühlacker in einem allgemeinen Trend liege, wie Jochen Schray sagt. Den Hauptgrund sieht er in der zunehmenden Schwierigkeit der Gruppen, ehrenamtliche Helfer zu finden. Trotz der schwindenden Teilnehmerzahl, so der AG-Chef, „können wir stolz sein, 40-mal ein Fest in dieser Größenordnung zu machen. Es ist das wichtigste Fest des Jahres und ein Aushängeschild für die Stadt Mühlacker“.

Förderverein des TSV Ötisheim beteiligt sich erstmals am Fest

Ungeachtet eines generellen Rückgangs bei der Zahl der Aktiven gibt es auch in diesem Jahr Belege dafür, dass das Mühlacker Straßenfest nicht nur für Gäste aus der ganzen Region ein Magnet, sondern auch für Beschicker nach wie vor attraktiv ist. So kehre der Feuerwehrverein der Stadt Schmölln, die Mühlacker seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden ist, nach einer terminbedingten Unterbrechung im vergangenen Jahr jetzt wieder mit Spezialitäten aus Thüringen zurück, ließ Vorstandsmitglied Ralf Klotzek am Mittwoch wissen. Und sogar einen neuen Verein aus der näheren Umgebung können die Initiatoren der Arbeitsgemeinschaft, die heute Abend ihre Abschlussbesprechung abhält, begrüßen: den Förderverein des TSV Ötisheim, Abteilung Fußball.

Da es in Ötisheim kein Straßenfest gibt, hat der Verein kurzerhand Ausschau in der Nachbarschaft gehalten. „Als Gast bin ich sowieso immer auf dem Mühlacker Straßenfest“, sagt Thorsten Heugel, Kassierer beim Förderverein. Also haben er und seine Mitstreiter in Mühlacker angefragt und von der AG der Vereine prompt grünes Licht für eine Teilnahme mit Bierstand, Speisen und einer Cocktail-Bar erhalten.

So weit die guten Neuigkeiten. Indes gestalten sich die Vorarbeiten immer kniffliger. „Die Vorbereitungen sind durch die Bauarbeiten erschwert“, stellt Bernd Meier, der Jochen Schray und den Vereinen für ihr Engagement dankt, fest. So gelte es unter anderem, im Vorfeld zu überlegen, wo gesperrt wird und wo eine zusätzliche Beleuchtung nötig ist. Außerdem müssten die Macher aufgrund der Arbeiten im Zusammenhang mit der Gartenschau „das Festgelände hin- und herschieben“ und immer wieder neue geeignete Standflächen suchen. Wobei die Änderungen mit einer Konzentration auf Dürrmenz gegenüber früheren Jahren den Vorteil hätten, dass in der Waldenserstraße keine Lücken zwischen stellenweise verwaist wirkenden Vereinsständen mehr klafften.

Unabhängig von infrastrukturellen Herausforderungen gibt es noch ein Konkurrenz-Ärgernis: Wie schon im vorigen Jahr findet das Vaihinger Straßenfest am selben Wochenende statt wie das in Mühlacker. Allzu beunruhigt zeigt sich Vereinssprecher Schray aber nicht: 2012 sei durch den Wettbewerb keine Minderung der Besucherzahl festzustellen gewesen.

Thomas Sadler

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