Die Entdeckung des Hugo Cabret

Von THG Wecker Erstellt: 28. Dezember 2012, 10:27 Uhr
Die Entdeckung des Hugo Cabret Die Entdeckung des Hugo Cabret

Paris, 1931. Der Waisenjunge Hugo Cabret lebt in den geheimen Gängen des Bahnhofsgebäudes und hält dort die beeindruckenden Uhrenlaufwerke im Gang. In seiner Freizeit versucht er, einen menschlich aussehenden Automaten, der vollständig aus Uhrwerken und anderen Kleinteilen besteht, zu reparieren.

Sein größter Wunsch ist es, diesen komplexen Automaten wieder zum Schreiben zu bringen und so die erhoffte Nachricht seines inzwischen verstorbenen Vaters zu Gesicht zu bekommen, denn er hatte den Metallmenschen einst gefunden. Er fängt an, die nötigen Ersatzteile im Spielzeuggeschäft von Papa Georges zu stehlen, doch eines Tages wird er erwischt. Als Papa Georges von dem Automaten erfährt, kann sich niemand seine sonderbare Reaktion erklären. Gemeinsam mit dessen Adoptivtochter Isabelle versucht Hugo Cabret unter schwierigen Bedingungen das Geheimnis des mechanischen Mannes zu lüften und stößt dabei auf die Vergangenheit des Spielzeughändlers: Er ist der berühmte, inzwischen totgeglaubte Filmemacher Georges Méliès und der Erbauer des Automaten.

Als Hugo den mechanischen Mann zum ersten Mal zum Leben erweckt, malt er eine Szene aus dem Film „Die Reise zum Mond“. Da im Krieg vermeintlich alle Werke von Georges Méliès verschwunden sind, versucht dieser, mit dem Vergangenen abzuschließen. Doch Hugo und Isabelle geben nicht auf und zeigen ihm seinen allerersten Film, der noch in einer Bibliothek zu finden war. Papa Georges muss sich seiner Vergangenheit stellen, und gemeinsam finden sie noch andere verschollen geglaubte Werke von dem einst großen Künstler Georges Méliès.  Gerührt nimmt er Hugo bei sich auf und wird von der französischen Filmakademie als Kinolegende gefeiert.

Die Geschichte des Waisenjungen ist im Jahr 2007 unter dem Titel „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ erstmals erschienen. Es ist ein Roman in Worten und Bildern, geschrieben und illustriert von dem Amerikaner Brian Selznick. Das Vorwort beginnt mit der Aufforderung, sich wie in einem dunklen Kinosaal zu fühlen, und auf den folgenden Seiten wird einem die Handlung in sorgfältig gewählten Illustrationen und Worten nahegebracht. Hierbei sind es oft nicht nur einzelne Bilder, sondern oft längere Bildfolgen, bei denen wie im Film gezoomt oder der Blickwinkel gewechselt wird. So wird der Leser schon von Anfang an von der Welt des Hugo Cabret gefesselt. Besonders gelungen ist die Verbindung dieser Welt mit den Anfängen der Filmgeschichte. Die Parallelen im Leben von Papa Georges und dem im zwanzigsten Jahrhundert wirklich lebenden Regisseur Georges Méliès sind unverkennbar. Nicht umsonst war dieses Buch im Jahr 2009 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Eine 3D-Verfilmung des Romans entstand 2011 unter der Regie von Martin Scorsese. Sie wurde sehr nah am Buch gehalten. Bekannte vertretene Schauspieler sind Asa Butterfield, Jude Law, Chloë Moretz, Sacha Baron Cohen und Ben Kingsley. Der Film gewann bei der Oscarverleihung 2012 fünf Auszeichnungen, unter anderem für die besten visuellen Effekte. Die Filmmusik von Howard Shore untermalt gelungen die Stimmung der Akteure im Paris der 30er Jahre.

Fazit: Sowohl der Roman als auch der Film sind ergreifend und entführen in die damalige Welt. Für Jung und Alt ein visuelles Vergnügen!

Der Roman ist bei Buch-Elser in der Mühlacker Bahnhofstraße für 16,99 Euro erhältlich. 

(Ausgabe 119 / Dezember 2012)

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