Mühlehof-Abbruch kann kommen

Gemeinderat vergibt Auftrag an Fachfirma – Platz für Stadthalle und ein Dienstleistungszentrum

Von Thomas Sadler Erstellt: 27. Juni 2018, 00:00 Uhr
Mühlehof-Abbruch kann kommen Der Mühlstein soll erhalten werden. Foto: Sadler

Mühlacker. Die Tage des Mühlehofs sind gezählt. Am Montagabend hat der Gemeinderat für rund 879462 Euro den Auftrag für die Abbrucharbeiten vergeben. Das Gebäude soll, wie die Stadtverwaltung erläuterte, in den Monaten Juli bis Dezember bis zum Fußboden des einstigen Supermarkts abgebrochen werden. Die darunter liegende Tiefgarage hingegen soll aufgrund der darin befindlichen Technikräume erhalten bleiben.

Zu den Abbruchkosten kommen noch Aufwendungen in Höhe von ungefähr 300000 Euro für Nebenleistungen wie Rückbau, Wasser-, Strom- und Gasleitungen sowie statische Berechnungen dazu, wie das Grundstücks- und Gebäudemanagement vorab schon mal mitteilte.

CDU-Stadtrat Wolfgang Schreiber bemängelte, dass die Sitzungsvorlage keine Informationen über die mit den Abbrucharbeiten zu beauftragende Firma CK Abbruch&Erdbau GmbH enthalte. Er könne nur „mit Bauchweh zustimmen“. Wobei die gewünschten Angaben über das Unternehmen sogleich von Amtsleiter Konrad Teufel mündlich nachgeholt wurden, und der versuchte, das Gremium zu beruhigen: Bei der Firma mit Sitz in Eislingen handle es sich um einen größeren Betrieb, der schon seit rund 40 Jahren am Markt sei.

Etwas „Bauchgrummeln“ in Bezug auf die verschiedenen Angebotspreise verspürte SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Metzger, doch könne seine Fraktion der Auftragsvergabe letztlich zustimmen. Allerdings müssten die umfangreichen Arbeiten des Abbruchs überwacht werden. FDP-Vorsitzender Dr. Jens Hanf zeigte sich erleichtert, dass es endlich weitergehe. Auch LMU-Sprecher Klemens Köberle gab grünes Licht, während Rolf Leo, Vorsitzender der Freien Wähler, während der Aussprache wissen ließ, dass ein Großteil seiner Fraktion der Vergabe nicht zustimmen werde, nachdem sie lange Zeit für den Erhalt des Mühlehofs gekämpft habe. SPD-Stadträtin Karin Münzmay wiederum bewies Blick fürs Detail: Sie appellierte an die Verwaltung, dafür zu sorgen, dass der Mühlstein, eine Skulptur auf dem Konrad-Adenauer-Platz direkt beim Mühlehof, für die Nachwelt erhalten bleibe, zumal das Kunstwerk „Dokumente“ vom Bau des Mühlehofs enthalte. Amtschef Konrad Teufel sagte dies zu.

Ist der Mühlehof erst mal weg, soll auf dem Areal eine Stadthalle entstehen, wobei noch nicht geklärt ist, wie groß diese werden soll. Erst wenn feststeht, wie viel Platz für sie benötigt wird, ist auch klar, wie groß die übrig bleibende Fläche des Mühlehofgeländes ist, auf der ein Dienstleistungszentrum vorgesehen ist. CDU-Vorsitzender Günter Bächle könnte sich vorstellen, dass die Stadtbaugesellschaft das geplante Gebäude errichtet und es vermietet. Interesse an einer Nutzung hat der Enzkreis, der hier zum Beispiel das Jobcenter unterbringen könnte. Außerdem sind als Interessenten nach Informationen unserer Zeitung angeblich das Finanzamt und eine Arztpraxis im Gespräch.

Auf jeden Fall müsse mit dem Bau der Stadthalle möglichst rasch nach dem Verschwinden des Mühlehofs, der eine gewaltige Lücke hinterlässt, begonnen werden, waren sich Günter Bächle und Jürgen Metzger einig, wobei Metzger sich dafür aussprach, Halle und Dienstleistungszentrum möglichst gleichzeitig zu bauen. Wie Oberbürgermeister Frank Schneider mitteilte, habe der Enzkreis schon mal seinen Flächenbedarf mitgeteilt. Nun warte der Kreis auf die Stadt und wolle wissen, ob sein Flächenbedarf abgedeckt werden könne, drückte Bächle aufs Tempo.

Thomas Sadler

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