Kein Geld für Brandschutzplanung

Mühlehof nach Januar 2016 schließen – Auch durchgerostete Hauptwasserleitung bereitet Probleme

Von Thomas Sadler Erstellt: 19. Juni 2015, 00:00 Uhr
Kein Geld für Brandschutzplanung April 2013: Die Feuerwehr testet den Brandschutz im Mühlehof-Saal. Archivfoto: Recken

Mühlacker. Eigentlich müsste der Mühlehof wegen seiner Mängel beim Brandschutz schon Ende 2015 stillgelegt werden. Da aber verschiedene Events bereits terminiert sind, erhält er sozusagen eine Gnadenfrist als Veranstaltungsort. Die Baurechtsbehörde könne der Nutzung des Gebäudes unter den bisherigen Rahmenbedingungen bis Mitte Januar 2016 zustimmen, lässt Armin Dauner, Leiter des städtischen Planungsamts, den Gemeinderat wissen. Das bedeute: Der Neujahrsempfang, die Zaubergala und der ADAC-Ball könnten auch im neuen Jahr an vertrautem Ort im Mühlehof stattfinden.

Dann aber ist Schluss. Wie Oberbürgermeister Frank Schneider beim Auftakt der Gesprächsreihe „Reif für die Leseinsel“ des Mühlacker Tagblatt am vergangenen Sonntag öffentlich ankündigte, werde der Mühlehof, in dem für die Feuerwehr für den Brandsicherheitsdienst bisher mehr als 1200 Arbeitsstunden angefallen sind, spätestens ab Februar 2016 geschlossen. Und ginge es nach dem Rathauschef, würde er auch nicht mehr wiedereröffnet, sondern abgebrochen. Die Entscheidung soll am kommenden Dienstag im Gemeinderat fallen. „Es gibt keine Alternative zum Abriss“, machte er seinen Standpunkt klar.

Passenderweise schlägt die Verwaltung dem Gemeinderat vor, keine außerplanmäßigen Mittel im laufenden Haushaltsjahr für die Planung von Brandschutzmaßnahmen bereitzustellen, die mindestens einen sechsstelligen Betrag kosten würden.

Sollte der Mühlehof auch noch nach Januar 2016 weiterbetrieben werden, wären laut Gutachter etliche Maßnahmen erforderlich: Instandsetzung der Sprinkleranlage der Bühne, Überprüfungen der brandschutzrechtlichen Anlagen sowie der Rauchableitung aus dem Foyer mit einer anlagentechnischen Umsetzung, Installation einer Brandfallsteuerung für die Aufzüge, Einbau einer automatischen Brandmeldeanlage im Foyer, den Künstlergarderoben, auf der Bühne, in den Lagerbereichen und den Technikräumen und eine Sicherung der Garderoben im Foyer durch bauliche Maßnahmen oder den Einbau einer lokalen Löschanlage. Drei bis vier Jahre, schätzt der OB, wäre der Saal geschlossen.

Probleme bereitet derzeit auch eine durchgerostete Hauptwasserleitung, wie Konrad Teufel, Leiter des städtischen Grundstücks- und Gebäudemanagements, mitteilt. Eigentlich handele es sich bei der Leitung um eine Löschwasserleitung, doch seien weitere Abnehmer angeschlossen. Laut der eingeschalteten Fachfirma sei der bisherige Direktanschluss an das Trinkwassernetz unzulässig. „Die Anlage entspricht nicht der Trinkwasserverordnung“, so Teufel. „Es besteht eine mögliche Gesundheitsgefährdung an den Trinkwasser-Entnahmestellen wie auch fürs öffentliche Netz“, so Teufel, der die Erstellung einer Gefährdungsanalyse und Sofortmaßnahmen empfiehlt.

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