Wen stören mobile Hühnerställe?

Erstellt: 11. Oktober 2019, 00:00 Uhr

Zu „Privilegien für glückliche Hühner“ vom 8. Oktober:

In Mühlacker müssen sich die Stadtverwaltung und die örtliche Kommunalpolitik mit vielen Themen befassen: Bebauung des Ziegeleigeländes, Zukunft des Mühlehof-Lochs oder Erwerb des Senders. Dauerbrenner sind der Erhalt der Infrastruktur, insbesondere der Schulen, Hallen und Straßen, dazu noch Sanierungsgebiete und der Hochwasserschutz. Aufgaben in Hülle und Fülle.

Dennoch bleibt einem Kommunalpolitiker noch genügend Zeit für untergeordnete Themen, von denen seiner Meinung nach das Wohl und Wehe der Stadt abzuhängen scheint. Wie anders muss man sonst die Anfrage von Stadtrat Günter Bächle (CDU) deuten, der sich erkundigt, ob mobile Hühnerställe in die Landschaft passen. Ob sie baurechtlich zulässig und ob die guten Böden dafür nicht zu schade seien. Dabei muss man wissen, dass er seit Langem die betroffenen Äcker und Wiesen gegenüber dem Industriegebiet Waldäcker mit Gewerbe zubauen möchte.

Es macht einen als Landwirt fassungslos, und zugleich ist man frustriert darüber, wenn man Tag für Tag gesunde Lebensmittel in der Region produziert und dafür viel Mühe auf sich nimmt, ohne dass finanziell große Erlöse zu erwarten sind. Selbstverständlich werden alle diese Fragen um eine gesunde Produktion schon immer beim Landratsamt in Pforzheim geprüft, geklärt und genehmigt. Zusätzlich ist es sogar erwünscht, dass diese Wege der naturnahen Produktion beschritten werden, der Enzkreis ist bekanntlich eine Bio-Musterregion, deren Ziel es ist, auf allen Stufen der Wertschöpfungskette regionale Lebensmittel zu fördern.

Dies wird von der Bevölkerung geschätzt und mittlerweile auch als gutes Angebot wahrgenommen. Das sollte auch ein erfahrener Stadt- und Kreisrat wissen und dazu beitragen, dies zu fördern – und nicht dafür sorgen, dass Landwirten noch die Existenzgrundlage entzogen wird.

Familie Thomas Gommel, Mühlacker.

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