Weit entfernt

Erstellt: 19. Juli 2019, 00:00 Uhr

Zu „Stadt entwirft Konzept für Anrufsammeltaxi“ vom 18. Juli

Stellen Sie sich folgende Situation vor oder eine wahre Geschichte: Es ist Sonntag, 16 Uhr. Svenja aus Lomersheim war bei Ihrem Freund in Karlsruhe zum Eisessen. Nun ist die 15-Jährige zurück, steht am Mühlacker Bahnhof und würde gerne mit ihrer Monatskarte und dem Anrufsammeltaxi (AST) nach Lomersheim fahren, doch leider hat sie kein Geld mehr in der Tasche, müsste aber für das AST zuzahlen. Was nun?

Ökologisch gesehen halte ich das AST für eine tolle Sache. Warum soll ein großer Omnibus wegen einer Handvoll Fahrgästen nach Lomersheim oder Großglattbach fahren und unnötig die Luft verpesten? Was ich aber so gar nicht nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass die Schülerin, obwohl sie im Besitz einer Monatskarte ist, zuzahlen muss. Dies gilt ja auch für Jobticket- und Monatskartenbesitzer.

Zurück zu Svenja: Sie musste ihre Eltern anrufen, die bei einem Geburtstag in Bietigheim waren. Da Svenja sich am Tag zuvor beim Lauftraining ihren Fuß verletzt hat und schlecht zu Fuß war, fuhren die Eltern nach Mühlacker, um ihre Tochter am Bahnhof abzuholen.

Dies ist nur ein kleines Beispiel dafür, dass der Service des Öffentlichen Personennahverkehrs noch ausbaufähig ist. In Zeiten von Feinstaub- und Klimadiskussionen wäre es hier doch möglich, mit wenig Aufwand etwas für die Umwelt zu tun. Die Taxi-Zentrale könnte ja ihre Rechnung an den VPE schicken.

Bei unserem Kommunalwahl-Kampf der SPD-Fraktion war auch das 365-Euro-Ticket, ein Jahresticket für ein Tarifgebiet, eine Forderung. Da sind wir leider noch weit davon entfernt.

Sven Czmal, Mühlacker

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