Umweltverträglicher

Erstellt: 1. September 2018, 00:00 Uhr

Zum Leserbrief „Umweltbilanz der E-Mobilität“ vom 29. August:

Eigentlich antworte ich auf Leserbriefe grundsätzlich nicht. Dieser scheint mir aber eine Ausnahme wert zu sein.

Wenn man nicht mehr weiter weiß, dann muss eben eine Studie her, auch wenn sie nur besagt, dass bei der Herstellung eines Akkus angeblich viel CO2 entsteht. Aber wen interessiert das? Ich kenne niemanden, der die Menge von ausgestoßenem CO2 während der Produktion zur Kaufentscheidung für einen Staubsauger, einen Toaster, ein Mobiltelefon oder eines anderen Gerätes heranzieht. Warum sollte man das ausgerechnet bei E-Autos mit Akku tun? Wie jeder weiß, unterliegt die Herstellung von Lithium-Akkus strengen Umweltauflagen, deren Einhaltungen behördlich geprüft werden. Das ist auch gut so. Wer noch zusätzlich eine CO2-Polizei braucht, sollte sich besser an Brüssel wenden.

Unwahr ist die Behauptung, ein Akku würde lediglich zwei Jahre halten. Hersteller von E-Autos gewähren sieben Jahre Garantie, was bedeutet, dass dieser getauscht wird, sobald die Gesamtkapazität unter einen Wert von 80 Prozent fallen sollte. Da der Antriebs-Akku aus vielen einzelnen Zellen besteht, ist selbst nach der Garantiezeit ein kostengünstiger Austausch einzelner Zellen möglich. Die Entsorgung der Alt-Akkus übernimmt die Werkstatt. Eine gewisse Realitätsferne entspringt auch der Forderung, den Bremsstaub und den Radabrieb von E-Autos messen zu lassen. In E-Autos werden die gleichen Bremssysteme und Reifen wie in den fossilen Fahrzeugen verbaut. Falls es hier tatsächlich Probleme geben sollte, dann müssten doch eher die fossilen Fahrzeuge untersucht werden, da dort die Bremsen etwa zehnmal häufiger benutzt werden. E-Autos bremsen wie von Straßenbahnen und Lokomotiven weithin bekannt, elektrisch mit dem Motor und sorgen damit für eine Rückgewinnung der Bremsenergie. Das nennt man Rekuperation. Und wo weniger gebremst wird, entsteht weniger Bremsstaub.

Somit ist unbestritten, dass E-Autos umweltverträglicher als fossile Fahrzeuge sind, weshalb sie ja auch steuerlich gefördert werden. Zudem müssen E-Autos wohl auch deutlich kostengünstiger im Unterhalt sein, denn sonst würde ein gewinnorientiertes Unternehmen wie die Deutsche Post nicht seinen Fahrzeugpark auf E-Autos umstellen. Wer immer noch daran zweifeln sollte, kann sich ja im Internet schlau machen. Für weltfremde Fortschrittsverweigerer allerdings ist das wohl schon ein Fremdwort.

Norbert Reinhold, Ötisheim

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