Still und heimlich

Erstellt: 31. Januar 2018, 00:00 Uhr

Zu „Caritas tritt falschen Gerüchten entgegen“ vom 27. Januar:

Ihre Feststellung, dass das geplante Caritas-Wohnheim für Schwerstbehinderte in Illingen für Wirbel sorgt, ist nicht ganz korrekt. Für Wirbel sorgt die Tatsache, dass ein Teil des Wiesentals, das seither oder noch Wasserschutzgebiet ist, plötzlich bebaut werden soll, dass heimlich im stillen Kämmerlein das Wasserschutzgebiet aufgegeben werden soll und als Bauplatz zur Verfügung gestellt wird. Damit die Sache auch gleich in Schwung kommt und der Bürger möglichst keine unliebsamen Fragen oder Einwände äußern kann, hat die Gemeinde den Platz ratzfatz auch gleich an die Caritas verkauft.

Still und heimlich man hat es nicht einmal für nötig befunden, den stellvertretenden Bürgermeister, der sich nebenbei bemerkt auch noch Jahrzehnte lang ehrenamtlich und verdienstvoll für die Gemeinde eingesetzt hat und bei dieser Abstimmung wegen Befangenheit nicht mitwirken konnte, vom Verkauf in Kenntnis zu setzen. Dass er dies dann eher zufällig bei der Informationsveranstaltung am letzten Montag erfahren hat, ist wohl eher kein Ruhmesblatt für seinen Chefbürgermeister, auch nicht für seine Gemeinderatskollegen.

Die bei der Informationsveranstaltung der Caritas reichlich vorgetragenen Bedenken der Bürger bezogen sich mehr oder weniger ausschließlich auf Zufahrt und Parkmöglichkeiten. Nicht oder aus Zeitgründen nicht mehr angesprochen wurde das Problem, dass ein Teil der Illinger Bürger kein Verständnis dafür hat, dass diese Fläche als Wasserschutzgebiet aufgegeben wird.

Der im Artikel erwähnte Bürger, der Walter Schwerdtle heißt, hat keinen versteckten Hinweis geäußert, sondern eine offene Frage gestellt, wie es um das Wasserschutzgebiet bestellt ist. Die Antwort habe ich jetzt scheibchenweise erhalten. Es kann nicht sein, dass bei der bekannten Situation der sinkenden Grundwasserstände und der damit verbundenen Verknappung von Wasser vorhandene Wasserschutzgebiete aufgegeben werden! Auch nicht, wenn zurzeit noch Bodenseewasser billiger zu haben ist oder weil etwas zu viel Nitrat oder sonst was drin ist, und weil man, statt das Wasser abzupumpen und zu nutzen, lieber die Wiesen absaufen lässt, damit Schilfwüsten entstehen, wo sich Fledermäuse, Schnaken und anderes nützliches Getier entfalten können.

Walter Schwerdtle, Illingen

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