Sehr bedenklich

Erstellt: 3. Juni 2020, 00:00 Uhr

Zum Leserbrief „Tun überdenken“ vom 25. Mai:

Ich habe mir lange überlegt, ob ich auf den Beitrag reagieren soll. Es sollte jeder seine Meinung äußern dürfen. Doch ich halte die Argumentation des Leserbrief-Autors für äußerst riskant.

Er schreibt „(…) die abgebildeten Personen sollten namentlich erfasst (…) werden“. Ich finde, unter der Prämisse, dass eine Demonstration gewaltfrei vonstatten geht, eine namentliche Erfassung von Personendaten sehr bedenklich. Ich möchte nicht in einem totalitären Überwachungsstaat à la China leben wollen, in dem Regierungskritiker „mundtot“ gemacht werden beziehungsweise mit weitreichenden persönlichen Konsequenzen rechnen müssen. Sie, lieber Leserbrief-Schreiber, wohl auch nicht.

Des Weiteren fügen Sie in Ihrem Beitrag an, dass bei Erkrankung an „irgendeinem der genannten Protestthemen“ ärztliche Hilfe verweigert werden müsse und solle. Doch das wäre unterlassene Hilfeleistung, und zum anderen könnten sie sich auch an anderer Stelle infiziert haben.

Die Argumentation ist in der Weise aber interessant, dass zum Beispiel, gemäß Ihrer Aussage, auch ein aktiver Raucher, der einem höheren Risiko ausgesetzt ist, bei einer Erkrankung ebenso nicht medizinisch versorgt werden dürfte. Personen, die sich (bewusst) ungesund und unausgewogen ernährt haben und entsprechende Symptome generieren, würde eine ärztliche Versorgung ebenfalls verwehrt bleiben.

In diesem Sinne: Gesund bleiben!

Tobias Schumacher, Mühlacker

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