Rücksichtslos

Erstellt: 5. Dezember 2018, 00:00 Uhr

Zu „Lastwagen-Kolonnen stören Anwohner“ vom 4. Dezember:

Es ist schon verwunderlich, auf welchem Planeten der Niederlassungsleiter der Firma Mosolf wandelt, aber es ist nicht die Erde und schon gar nicht unser beschauliches Illingen. Ich komme auch aus der Transportbranche und mache diese Arbeit nun schon über 30 Jahre. In dieser Zeit hat sich, was Anlieferung und dergleichen betrifft, sehr viel verändert. Es gibt mittlerweile so etwas wie Zeitfenster für Anlieferungen und kommunikationsgesteuerte Abfertigung, was bedeutet: Der Fahrer sollte im perfekten Standort parken, und die Firma Mosolf ruft ihn über das Handy, jeder Lkw-Fahrer hat eines, an. Leider kann man den Niederlassungsleiter telefonisch nicht erreichen, auch ein Rückruf findet nicht statt, ich weiß das aus persönlicher Erfahrung. Die Gemeindeverwaltung kann man über die Missstände auch nicht immer informieren, da dies von den Öffnungszeiten her, die neuerdings sehr raffiniert gelegt wurden, nicht machbar ist, da zum Beispiel von 12 bis 15 Uhr kein Telefondienst in der Zentrale stattfindet und um 15.30 Uhr, wenn eigentlich geöffnet sein sollte, auch nur eine Bandansage kommt.

Die Polizei in Mühlacker zieht sich mit dem Verweis aus der Verantwortung, man solle sich zuerst mit dem Vollzugsdienst der Gemeinde in Verbindung setzen. Der Lkw-Rückstau beläuft sich auf der Kleinglattbacherstraße bis zur Abzweigung Richtung Bahnhof Vaihingen/Enz. Es wird aber so rücksichtslos geparkt, dass keine Ausweichmöglichkeit zwischen den Lkws besteht, um einzuscheren, wenn Gegenverkehr kommt, von einem verkehrsgerechten Abbiegevorgang in die Wilhelmstraße ganz zu schweigen. Was ist das Ergebnis? Es kommt nichts raus, außer dass der Bürger mit seinem Ärger wieder alleine dasteht. Wenn der Bürgermeister schon großspurig berichtet, er wäre mit dem Gemeinderat öfter vor Ort gewesen, sei ihm gesagt, dass zu der Zeit, wenn der Gemeinderat kommt, das Chaos beseitigt ist und er sich diese Mühe sparen kann. Hier wird nur wieder Schützenhilfe vonseiten der Gemeinde an den großen Gewerbesteuerzahler Mosolf geleistet. Es wird sich wohl auch in naher Zukunft erst etwas ändern, wenn etwas passiert oder jemand zu Schaden kommt.

Jochen Ragowski, Illingen

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