Mühlehof und kein Ende – oder doch?

Erstellt: 31. Dezember 2014, 00:00 Uhr

Leserbrief zum Mühlehof:

Ich bin zwar kein Einheimischer, doch lebte ich von 1959 bis 1979 in Mühlacker. In dieser Zeit hat sich in Mühlacker vieles nicht nur zum Guten verändert.

Noch Anfang der Siebziger Jahre war die B10-Führung von Lienzingen kommend entlang der heutigen Ziegeleistraße über oder unter den Bahngleisen Richtung Bretten in einem Tunnel unter dem Stöckach Richtung Enzberg geplant gewesen. Nein, die B10 musste durch die Stadt geführt werden. Hierfür wurden einige historische Gebäude, die heute eine kleine Stadtmitte bilden könnten, der B10-Trasse geopfert.

Die Brauerei Hof, das alte Rathaus, das Gasthaus Württemberger Hof, das Kaffee Central, das Anwesen Rapp, sowie das Gasthaus Sonne zwischen Scharfem Eck und Konrad-Adenauer-Platz mussten für die B10 weichen, selbst das heutige Schmuckstück, die historische Kelter, war zeitweise vom Abriss bedroht. Dafür wurde der Betonklotz Mühlehof gepflanzt.

Um dem leidigen Thema „Mühlehof“ endgültig ein Ende zu setzen, schlage ich vor, das Gebäude zu einer Ruine zu sprengen, um der Nachwelt die Bausünden vergangener Jahre zur Nicht-Nachahmung zu erhalten. Einige Tausend Euro müssten wohl ausreichen, um das Werk zu vollenden.

Einen oder zwei Hunderter würde ich selbst hierfür opfern. Nun soll dem Sendemast, dem Wahrzeichen Mühlackers, das gleiche Schicksal beschieden sein. Müsste dann Mühlacker nicht die Bezeichnung „Senderstadt“ aberkannt oder gar die Stadtrechte entzogen werden? Bei den vielen Millionären in Mühlacker müsste es doch ein Leichtes sein, die paar Kröten, sprich Euro, für die Erhaltung des Senders aufzutreiben.

Man mag mir verzeihen, wenn ich nicht alles passgenau wiedergebe, da mein heutiges Wissen großteils auf Erinnerung basiert.

Hubert Diehm, Ötisheim

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