Ideologisiert

Erstellt: 11. September 2019, 00:00 Uhr

Zu „Tod auf dem Gehweg – durch einen SUV“ vom 9. September:

Der tödliche Verkehrsunfall in Berlin ist ein sehr tragischer Verkehrsunfall und vor allem für die Angehörigen der Opfer eine schreckliche und schlimme Angelegenheit. Was aber in der deutschen Medienlandschaft so über diesen schrecklichen Unfall herumgeistert, ist schlichtweg eine totale Entgleisung der Medien, der Politik und – ganz groß dabei – der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Kraftfahrzeuge und vor allen SUV werden als Mordwerkzeuge, panzerähnliche Fahrzeuge und Klimakiller dargestellt . Anstatt Mitgefühl gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen auszudrücken, wird dieses Geschehen von einem grünen Stadtbaurat, einem grünen Bezirksbürgermeister und der DUH sofort ideologisiert. Ich denke, diese Ideologen haben trotz ihrer hohen Stellungen in der Gesellschaft keine Ahnung von Pietät und Nächstenliebe.

Wer hier von Mord und Mordwerkzeugen spricht, hat keine Ahnung von der Bedeutung des Wortes. „Mord“ ist der Vorsatz, einen Menschen umzubringen. Ich glaube nicht, dass ein Autofahrer, wie in diesem Falle, mit einem sechs Jahre alten Mädchen und einer 67 Jahre alten Frau an Bord den Vorsatz gehabt hat, diese vier unschuldigen Menschen mit seinem Porsche zu töten. Ein Unfallsachverständiger geht voraussichtlich von einem medizinischen Problem aus. Nüchtern betrachtet ist es wie bei allen Unfällen und Geschehnissen nämlich – zur falschen Zeit am falschen Ort.

So banal und brutal es auch klingt, aber es ist so. Ob Polo, Porsche, SUV oder gar Lkw: Wenn die Fahrzeuge technisch in Ordnung sind, können sie keinen Unfall verursachen – es sei denn, der Fahrer hat das Geschehen nicht im Griff. Dann ist ein VW Polo so gefährlich und tödlich wie ein schwerer Lkw.

Auf dieser Welt gibt es keine hundertprozentige Lizenz auf Unversehrtheit und Sicherheit. Das Leben ist ein Risiko, und zwar für jeden und zu jeder Zeit, tagaus, tagein. Leider wird diese Tatsache in unserer ach so gebildeten allwissenden Null-Fehler-High-Tech-Gesellschaft schlichtweg vergessen.

Albrecht Schmid, Illingen

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