Es gibt nirgendwo Toilettenpapier

Erstellt: 30. März 2020, 00:00 Uhr

Zum Thema Klopapierhamstern in der Corona-Krise:

Liebe Klopapier-Hamsterkäufer, könnt ihr euch vorstellen, wie das ist? Meine 90-jährige Mutter braucht Klopapier. Ich brauche ebenfalls Toilettenpapier für unseren fünfköpfigen Haushalt – davon drei Personen im Home-Office.

Ich gehe einkaufen und ergattere schließlich im dritten Supermarkt eine Packung mit zwei Rollen. Die gebe ich meiner Mutter.

Nächster Einkauf. So langsam bin ich genervt. Es gibt nirgendwo Toilettenpapier. Dritter Einkauf: Unterdessen hat auch meine Mutter wieder kein Papier mehr. Da ich morgens unterwegs bin: endlich! Ich darf ein Paket mit acht (!) Rollen mit nach Hause nehmen. Natürlich teile ich die auf die zwei zu versorgenden Haushalte auf. Wie lange uns das wohl reichen wird? Vierter Einkauf: zwei Supermärkte, nirgends Toilettenpapier. Ich muss wohl wieder morgens in einer Pause losziehen …

Gerne mache ich das nicht, dauernd zum Einkaufen gehen. Auch ich habe Angst, mich anzustecken. Aber das scheint mein Schicksal zu sein.

Liebe Klopapier-Hamsterkäufer! Ich verzeihe euch, wenn ihr mir sagt, was ihr mit dem vielen Papier macht. Andernfalls rufe ich euch frei nach G. B.Shaw zu: Der Weg zur Hölle ist mit Klopapierrollen gepflastert.

Johanna Bächle, Lienzingen

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