Enttäuscht

Erstellt: 2. März 2019, 00:00 Uhr

Zu „Praxisschließung wirft Fragen auf“ vom 27. Februar:

Wie viele andere hat uns diese Nachricht auch kalt erwischt. Nun machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Hausarzt, und da ich und mein Mann in Dürrmenz wohnen, hofften wir, in der Praxis am Ort aufgenommen zu werden. Über die Antwort: „Wir nehmen nur neu zugezogene Patienten auf“ war ich dann außerordentlich enttäuscht.

Was machen die hier seit vielen Jahren und Jahrzehnten lebenden Menschen, denen es nicht mehr möglich ist, eine Arztpraxis am anderen Ende von Mühlacker zu erreichen? Gibt es nur für junge Menschen, die keine chronischen Krankheiten haben, mobil sind und selten eine Arztpraxis besuchen, den Vorteil eines neuen Hausarztes? Es ist schade, dass es in einem solch außergewöhnlichen Fall keine Sensibilität für Ältere, und eventuell auch chronisch Kranke in einer Notlage gibt.

Natürlich ist es klasse, dass die Praxis anbietet, zum Beispiel Folgerezepte auszustellen, auch darf man als Notfall jederzeit kommen. Für mich bleibt trotz allem ein „Geschmäckle“. Wir haben einen Hausarzt gefunden, sind auch nicht chronisch krank, brauchen noch keine Dauermedikamente. Für alle, die nicht mehr in der Lage sind, alleine ihre Arztversorgung zu regeln, ist diese Situation aber eine Katastrophe. Dies ist keine Kritik an der fachlichen Qualifikation der Hausarztpraxis, aber eine Riesenenttäuschung für alle Dürrmenzer, die hier sehr gerne leben.

Brigitte Auerbach, Mühlacker

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