Bedenken

Erstellt: 28. März 2020, 00:00 Uhr

Zu „Wende: Sendemast so gut wie gerettet“ vom 21. März und Leserbriefe zum Thema:

Das Thema „Sender oder nicht?“ nervt langsam. Es kann vielleicht beendet werden, wenn die häufig in Leserbriefen geäußerten Bedenken etwas klarer formuliert werden.

Die beabsichtigte Firmierung ist nicht umsonst sehr beliebt. Die gesamte Haftung der Inhaber ist auf das eingesetzte Kapital beschränkt. Ein Notar hat sie mir gegenüber einmal ganz nüchtern als „Spitzbubenfirma“ bezeichnet. Die GmbH kann mit geringem Kapitaleinsatz (ab 12500 Euro) gegründet werden; selbst ein alter Pkw zählt als Kapitaleinlage. Als Firma kann man dann Geschäfte in unbegrenzter Höhe tätigen.

Solange der Laden läuft, ist das ja in Ordnung. Wenn es aber schiefgeht, gibt es oft einen Konkurs, der mangels Masse erst gar nicht eröffnet wird. In jedem Fall gehen die Gläubiger leer aus, und die „Chefs“ haften privat mit keinem einzigen Euro.

Und was kann das für Mühlacker bedeuten? Die vorgesehene Nutzung der Sender-Anlage besteht aus lauter „möchten, könnten, sollten“. Aber nichts ist bislang konkret und so abgesichert, dass man beruhigt dem weiteren Vorgehen der „Sender-Retter“ zusehen könnte.

Was ist, wenn die Firma ihre Ziele nicht erreicht und irgendwann aufgelöst wird? Die Folgen und die Vorgehensweise in so einem Fall sind ja nicht allen unbekannt. Die „Geschäftsleute“ haben vielleicht einen kleinen Imageverlust. Aber wer hat dann den Sender an der Backe?

Darüber sollten Verwaltung und Gemeinderat schnellstens nachdenken und zumindest dafür sorgen, dass – falls es schiefgeht – im Vertrag festgelegt ist, dass der Sender wieder dem SWR gehört. Wenn dieser Passus vom SWR nicht akzeptiert wird, muss die Stadt den Kauf unbedingt verhindern.

Die Möglichkeit ist durchaus gegeben. Man kann ja die Aufstellung eines Bebauungsplans auf „Sankt Nimmerlein“ verschieben. Dann ist das Hickhack schnell beendet.

Sigurd Oettinger, Mühlacker

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