Autobauer tricksen weiter

Erstellt: 31. August 2018, 00:00 Uhr

Zum Artikel „Neuer Abgastest erhöht die Kfz-Steuer“ vom 29. August

Die Autobauer waren seither bemüht, die Verbrauchsangaben ihrer Fahrzeuge so weit wie möglich nach unten zu manipulieren. Das hat ihnen geholfen, ihren Flottenverbrauch, der bisher bei 130 GrammCO2 pro gefahrenem Kilometer lag, herunterzurechnen. Die Verbrauchsangaben in den Prospekten haben nicht der Realität entsprochen, was der Autofahrer wusste. Er hat es aber dennoch begrüßt, dass die Verbrauchsangaben nach dem neuen WLTP-Zyklus nun näher an der Realität liegen.

Da die Verbrauchswerte zu 50 Prozent in die Kfz-Steuer mit einfließen, bewirkt das, dass die Kfz-Steuer den tatsächlichen CO2-Emissionswerten und dem Klimaschutz gegenüber ehrlicher wird. Dass der Staat durch die höhere Kfz-Steuer Nutznießer ist, halte ich dennoch für ungerecht.

Durch die höheren Angaben der Verbrauchswerte nach dem WLTP-Zyklus erhöht sich auch der Flottenverbrauch der Autohersteller, und die haben ohnehin Probleme, den Flottenverbrauch ab 2021 von 95 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer einzuhalten. Deshalb hat man den Autobauern erlaubt, den Flottenverbrauch mit einem Faktor „Alter NEFZ-Zyklus durch neuer WLTP-Zyklus“ zu korrigieren. Wenn das dort möglich ist, warum dann nicht bei der Kfz-Steuer? Laut der Zeitschrift „Autobild“ vom 12. Juli 2018 beginnen die Autobauer schon wieder zu tricksen und manipulieren nun den neuen WLTP-Zyklus nach oben, um zu einem günstigeren Umrechnungsfaktor zu gelangen, was wiederum auf Kosten der Kfz-Steuer geht, und der Staat freut sich erneut. Meiner Meinung nach sollte die Kfz-Steuer ganz abgeschafft werden und voll auf die Mineralölsteuer angerechnet werden. Wer ein großes Auto wenig und anständig fährt, zahlt dann weniger, und wer ein kleines Auto viel und aggressiv fährt, zahlt mehr.

Das wäre dann umwelt- und klimagerecht. Aber der Autofahrer ist ja hier ziemlich schmerzunempfindlich und treibt selbst die CO2-Emissionswerte nach oben, koste es, was es wolle. Er kauft immer mehr SUVs und Autos mit stärkeren Motoren und erhöht damit den Gesamtkraftstoffverbrauch.

Wolfgang Hager, Illingen

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