Mühlräder mit großem Mehrwert

Bunte Hingucker dienen erst der Gartenschau in Mühlacker und dann einem guten Zweck

Von Maik Disselhoff Erstellt: 19. September 2015, 00:00 Uhr
Mühlräder mit großem Mehrwert Begehrte Stangenware? Hoffentlich! Schließlich sollen die Mühlräder, die monatelang originell und farbenprächtig für die Mühlacker Gartenschau geworben haben, bald für einen guten Zweck verkauft werden. Foto: Huber

Jeder kennt sie – die bunten Mühlräder, die Autofahrer und Passanten rund um Mühlacker auf die Gartenschau hingewiesen haben. Nun, da sie ihren eigentlichen Zweck erfüllt haben, soll ein Teil von ihnen einem guten Zweck dienen.

Mühlacker. Das Sommermärchen ist vorbei, jetzt wird abgeräumt. Nach der Gartenschau in Mühlacker stellt sich mit Blick auf manche Dinge, die im Zusammenhang mit dem Grünprojekt entstanden sind, die Frage, wie es mit ihnen weitergeht. Das gilt beispielsweise für die weit über 1000 bunten Mühlräder, die an verschiedenen Stellen des Enzkreises auf die Enzgärten in Mühlacker aufmerksam gemacht haben. „Die werden zurzeit eingesammelt und eingelagert. Ein Teil der Mühlräder wird für Feste behalten, der Rest für einen guten Zweck verkauft“, sagt Winfried Abicht, Bürgermeister von Mühlacker.

In welchem Rahmen die schmucken Mühlräder unters Volk gebracht werden, steht noch nicht fest. Kindergärten und Schulen hatten die werbewirksamen Räder bemalt, die eine Lomersheimer Firma unentgeltlich hergestellt hatte. Auf Stangen aufgesetzt, waren sie im Umland Mühlackers schon im Vorfeld der Gartenschau ein Hingucker.

Abicht erklärt, warum die Mühlräder nicht an ihre Hersteller zurückgegeben werden: „Zum einen ist es so, dass wir gar nicht mehr alle zurückgeben könnten, weil ein Teil der Mühlräder einfach nicht mehr da ist“, sagt Abicht. Ob verwittert, geklaut oder zerstört – mit einem kleinen Verlust musste man rechnen. Außerdem seien auf dem Gros der Mühlräder keine Autogramme drauf, so Abicht. „Eine Zuordnung ist also schlicht nicht möglich.“ Der Vorschlag, die „Stangenware“ für einen guten Zweck zu verkaufen, kommt laut Bürgermeister übrigens von der Initiatorin der Mühlrad-Aktion selbst. „Gudrun Aichele hat das angeregt.“

Es gibt noch viele andere Utensilien, die mit dem Ende der Gartenschau nicht mehr gebraucht werden. Tim Rohrer von der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Gartenschauen erklärt, was mit Sonnenschirmen, Mülleimern, Aschenbechern und Drehtoren passiert: „Wir verkaufen die Sachen aller Voraussicht nach an die Gartenschau in Bad Herrenalb weiter“, sagt der Gartenschau-Experte.

Ein kleiner Teil des Inventars hat die Gartenschau nicht überlebt und muss vermutlich entsorgt werden. Die Rede ist von rund zehn Sitzsäcken, die der Beweis dafür sind, dass das Grünprojekt in Mühlacker ein Besuchermagnet war: „Die sind durch und könne nicht mehr verwendet werden“, sagt Rohrer. In den Schaugärten der Landschaftsgärtner haben ein paar robuste Sitzsäcke den Ansturm allerdings überlebt. Jeweils drei gemütliche Riesenkissen hat der Verband der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauer des Landes jetzt an die Lebenshilfe Mühlacker und die Süddeutsche Gemeinschaft gespendet. „Wir freuen uns sehr über die Sitzsäcke, da unter anderem unsere schwerst mehrfach behinderten Bewohner im nächsten Sommer eine Möglichkeit haben auf der Wiese zu liegen und die Sonne zu genießen“, sagt die Vorsitzende der Lebenshilfe Gaby Higer. Michael Schmidt, bei der Süddeutschen Gemeinschaft für die interkulturelle Arbeit zuständig, freut sich für seine Kinder in der „Winterspieloase“.

Maik Disselhoff

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