Gartenschau räumt das Gelände

Enzgärten: Wesentliche Einrichtungen bleiben trotz Kehraus erhalten – Passanten ignorieren Absperrung des Waldenserstegs

Von Thomas Sadler Erstellt: 15. September 2015, 00:01 Uhr
Gartenschau räumt das Gelände Bereits am ersten Tag nach der Gartenschau wird mit dem Abbau des Pavillons des Lembergerlands auf der Dürrmenzer Seite des Veranstaltungsareals begonnen. Foto: Sadler

Kaum ist das Sommermärchen ausgeträumt, beginnt der Alltag mit dem großen Aufräumen. Am Tag eins nach der Gartenschau haben am Montagmorgen die Rückbauarbeiten in den Enzgärten begonnen. Ärgernis: Jugendliche ignorierten die Absperrung und durchquerten das Areal verbotenerweise.

Mühlacker. Zwischen 6.30 und 9 Uhr war der Waldensersteg geöffnet, um Schülern den Durchgang zur Schule zu ermöglichen. Danach galt erst mal wieder die Sperrung – allerdings nicht lange, denn spätestens am Dienstagmorgen, so Petra Herrling vom Enzgärten-Organisationsteam, werde der Steg dauerhaft geöffnet.

Indes ließen sich mehrere Passanten, vor allem Jugendliche, von der vorübergehenden Sperrung nicht abhalten. Manche kletterten über eine Mauer von Dürrmenz aus auf den Waldensersteg, andere versuchten, über das Gitter bei der Enztalsporthalle auf das Gelände zu gelangen, was den Unmut der Helfer weckte. Ein Radfahrer wiederum schaffte es, durch eine Lücke am Dammweg ins Innere zu gelangen. Derweil lief an verschiedenen Stellen der seitherigen Gartenschau der Kehraus an. „Alles, was transportabel ist, wie Sitzsäcke, Stühle und Tische, wird eingesammelt und gelagert. Das bedeutet jedoch nicht, dass all dies irgendwo ungenutzt verstauben wird.“ Zum Teil würden die Gegenstände nach Bad Herrenalb, wo die nächste Gartenschau stattfindet, verkauft, berichtet Petra Herrling. Sie selbst mag übrigens den Begriff „Rückbau“ im Zusammenhang mit dem, was der Gartenschau folgt, nicht. „Das klingt so negativ. Ich nenne es lieber eine Umgestaltung in eine öffentliche Parkanlage.“

Unabhängig von der Sprachregelung: Auf der Dürrmenzer Seite wurde am Montagvormittag schon der Pavillon des Lembergerlands Stück für Stück abgebaut. Auch der Treffpunkt Grün sei geräumt, doch stehe das Gebäude noch, schilderte Herrling gegen Mittag den aktuellen Stand. Die Friedhofsgärtner hatten zu dieser Zeit schon ihre Steine abgeholt, und die Landschaftsgärtner machten sich an einen Teilrückbau. „Die Gehölze bleiben vorerst da, weil es so warm ist“, so die Mitorganisatorin. Dafür wurden gestern die Skulpturen des biblisch-botanischen Gartens entfernt, und der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg räumte den Pavillon auf.

Auch wenn nun der Waldensersteg wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, heißt das nicht, dass ab sofort das gesamte Grundstück, auf dem sich bis zum Sonntag viele Tausend Besucher tummelten, wieder frei zugänglich ist. „Weil Teile des Geländes umgestaltet und modelliert werden, bleibt das Areal vom Kakteengarten bis zur Enztalsporthalle noch gesperrt.“ In diesem Abschnitt befinden sich unter anderem der Treffpunkt Baden-Württemberg im künftigen Jugendhaus, der ausgeräumt wird, und das Cateringzelt bei der Heinzelmannhalle, das völlig verschwindet und in dem am Montag fleißig Mobiliar gestapelt und Kisten gepackt wurden.

Zunächst gesperrt, ließ Petra Herrling wissen, bleibe auch der Spielplatz, unter anderem, weil die Dauergastronomie erst mal geräumt wird. Ebenfalls eine Rolle spielt hier der Forstpavillon. Erst wenn dieser gewichen sei, werde der Spielplatz freigegeben, und dies dauere wohl bis zur ersten Oktoberwoche. Grund: Der Forstpavillon müsse mittels Kran über die Mauer beim Parkplatz an der Enzstraße gehievt werden, was derzeit aber nicht machbar sei, weil auf den Parkplätzen noch Container, etwa von DRK und Security, stünden, klärt Petra Herrling auf.

Seinen Dienst getan hat der Souvenir-Shop, wo sich Besucher mit allerlei Gegenständen mit Gartenschaumotiven vom Enzle über Strohhüte bis zu Taschen aller Größen mit Andenken eindecken konnten: Auch hier war gestern das große Abhängen und Verstauen angesagt. Der Kakteengarten ist gleichfalls bereits in der Auflösung begriffen. Pflanze für Pflanze verfrachteten Helfer stachelige Objekte in Kartons.

Hier Gebrauchsgegenstände, die ihren Zweck erfüllt haben, dort volle Abfallbehälter und Müllsäcke. Da fällt es dem Betrachter schwer, zu glauben, dass hier nur wenige Stunden vorher eine täglich wahre Besucherströme anziehende Gartenschau stattgefunden hat. Dabei ist Trauer fehl am Platz. Tatsächlich müssen Passanten, die demnächst über die Fläche spazieren, auf gar nicht so viel Vertrautes verzichten. „Fast alles bleibt“, beruhigt Petra Herrling. Zwar würden die Ausstellergärten in Dürrmenz zurückgebaut, doch liebgewonnene Einrichtungen wie die Mühlacker Tagblatt Leseinsel, die Dauergastronomie, der Rosengarten, der Spielplatz und die Skateanlage bleiben bestehen.

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