Alles eine Frage des Gewichts

Erstellt: 22. Mai 2017, 00:00 Uhr
Alles eine Frage des Gewichts Alles eine Frage des Gewichts

Hallo, jetzt muss ich auch mal wieder dazwischenquaken. Ich wohne ja direkt neben der Enztalsporthalle und dem Käppele-Stadion. Und wenn ich da bei Turnieren im Taekwondo, Fußball oder Fechten zugucke, ist es immer ganz einfach: Die, die am Schluss noch dabei sind, kriegen die Medaillen. Klar, die haben ja auch am meisten gearbeitet.

Am Samstag hab’ ich aber mal einen Ausflug zum Kelterplatz gemacht und beim Mahle-Lauf zugeguckt. Und was ich da gar nicht verstehe: Warum kriegen da immer diejenigen die Siegerpokale, die als Erste Feierabend machen? Und die, die am längsten schuften, kriegen noch einen Schulterklopfer? Dabei haben die Ersten nicht mal mehr geleistet.

Passt mal auf!

In der Entenschule hatten wir ja auch Physik, und da hab’ ich gelernt: Arbeit ist Kraft mal Weg, also die Kraft, die man braucht, um einen Körper eine bestimmte Strecke weit zu bewegen. Wer zehn Kilometer weit watschelt, bewegt seinen Körper und macht also Arbeit. Aber wer dabei mehr wiegt, macht also mehr Arbeit. Und die, die als Erste ins Ziel gesaust sind, die wiegen doch alle fast nix – also im Vergleich zu mir. Kein Gramm Fett haben die auf den Rippen.

Also, wenn ich jetzt beim Mahle-Lauf mitwatscheln würde, dann wäre ich mit Abstand die Schwerste. Und wenn ich doppelt so viel wiege, mache ich doch die doppelte Arbeit – und Arbeit geteilt durch Zeit ist ja Leistung. Demnach kann ich mit meinem doppelten Gewicht auch doppelt so lange brauchen, und dann – ha! – erbringe ich die gleiche Leistung wie so ein Schmalhans da vorne. Alles eine Frage der Gewichtung. Und wo bleibt jetzt meine Medaille?!

Ich

warte,

Euer

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