Ein Neuling kämpft um Stimmen

Bundestagswahl 2013: Der 54-jährige Frank Plonus kandidiert für die Alternative für Deutschland

Von Thomas Sadler Erstellt: 13. August 2013, 00:00 Uhr
Ein Neuling kämpft um Stimmen AfD-Kandidat Frank Plonus. Foto: Sadler

Enzkreis. „Ich bin ein politischer Anfänger.“ So schätzt sich Frank Plonus selbst ein. Bislang war die Politik ein ihm unbekanntes Terrain. Nun ist er angetreten, am 22. September für die neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) einen Sitz im Bundestag zu erringen. Der 54-jährige Diplom-Ingenieur und Unternehmer ist Geschäftsführer von Alpha Engineering Services, einer Firma mit Sitz in Frankenthal in der Pfalz, die an vier Standorten rund 50 Mitarbeiter beschäftigt und Konstruktionen für Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Kraftwerke erstellt.

„Ich bin früher nie in einer Partei gewesen“, sagt der verheiratete Vater zweier Jungs. Seine Sympathien hätten gewechselt. Früher mal war er SPD-Anhänger, doch dann schreckte ihn Gerhard Schröders „Basta-Politik“, die ihm „zuwider“ war, ab. Auch die FDP verscherzte es sich mit ihm als Anhänger. „Da geht es nur noch um Pöstchen und Eitelkeiten“, lautet sein rigoroses Urteil. Irgendwann, erzählt der vor Kurzem von Wiernsheim nach Niefern umgezogene gebürtige Stuttgarter, habe er durch einen Freund von der AfD gehört, sich erkundigt und gleich an der ersten Mitgliederversammlung des Kreisverbands Pforzheim/Enzkreis, der Ende Mai gegründet wurde und mittlerweile rund 70 Mitstreiter zählt, teilgenommen. Und da habe ihn die bei der AfD zu spürende „Wahnsinnsdynamik“ und das „Engagement“ begeisterungsfähiger Mitglieder sofort beeindruckt. Spontan habe er sich dann um eine Kandidatur für den Bundestag beworben – und sich gegen einen Mitbewerber knapp durchgesetzt.

Bekannt und umstritten ist die neue Partei vor allem wegen ihrer scharfen Kritik an der Euro-Politik der Bundesregierung. Dabei sehe die AfD die Problematik keineswegs undifferenziert. „Im Prinzip war der Euro eine gute Idee“, meint Frank Plonus. Gut für Staaten, „die zusammenpassen“. Unglücklicherweise hingen zu viele wirtschaftlich Schwache an der Gemeinschaftswährung. Länder wie Griechenland sollten besser eine eigene Währung haben, findet er. Sein radikaler Notlösungsvorschlag: „Wenn sich andere Länder nicht an die Rahmenvereinbarungen halten, müsste Deutschland wohl aus der Eurozone austreten.“

Kritisch sieht der Kandidat auch die Europäische Union. Zweifellos sei die EU im Grundsatz eine sinnvolle Gemeinschaft, doch sei der Einfluss aus Brüssel zu groß, so der Neu-Politiker, dem vor allem die „Überregulierung“ ein Dorn im Auge ist.

Indes hat der Bundestagsanwärter nicht nur die große Politik im Auge, sondern auch das Wohl seines Wahlkreises, also Pforzheim und den Enzkreis, wo ihm eine Verbesserung der Infrastruktur vom Straßenbau bis hin zu Kindergärten und Sportstätten und die Förderung von Vereinen am Herzen liege. In diese Bereiche, fordert er, müsse mehr investiert werden.

Ebenfalls wichtig ist dem AfD-Mann, dass die Bevölkerung künftig stärker in die politische Entscheidungsfindung eingebunden wird. So macht er sich nicht nur für eine „Volksabstimmung über die Eurorettung“ stark, sondern für Bürgerbeteiligungen generell. Nun geht es nur noch darum, in eben dieser Bevölkerung Befürworter zu finden. Eine Enttäuschung musste er bereits erfahren: Während die AfD bei Älteren Gehör finde, zeigten junge Menschen kaum Interesse an der Politik der Partei, stellt Frank Plonus fest.

Thomas Sadler

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