Zwei Häuser wie Pech und Schwefel

Erstellt: 8. Mai 2009, 00:00 Uhr
Zwei Häuser wie Pech und Schwefel Fest miteinander verzahnt: Die Gebäude Ochsengasse 7 (vorne) und Kirchgasse 8. Ein Solo-Abriss wäre problematisch. Foto: Goertz

Die Gebäude Kirchstraße 8 und Ochsengasse 7 in Illingen sind fest miteinander verzahnt – Denkmalbehörde hat Bedenken

Die Zukunft der historischen Gebäude Kirchstraße 8 und Ochsengasse 7 in Illingen bleibt ungewiss.

Von Frank Goertz

Illingen. Die Gemeinde hat beide Häuser gekauft und will sie abbrechen, um die Grundstücke für einen Neubau freizumachen. Doch die Denkmalbehörde hat Bedenken.
 Wie der Architekt Bernd F. Säubert, der die Gebäude bauhistorisch untersucht hat, am Mittwoch dem Gemeinderat erläuterte, stamme das Gebäude Ochsengasse 7 aus dem Jahr 1597 und die Kirchstraße 8 aus dem Jahr 1688. Beide Gebäude gelten im Sinne des Denkmalschutzes als Baudenkmale. Die Denkmalbehörde steht auf dem Standpunkt, dass am Erhalt des Gebäudes Kirchstraße 8 ein öffentliches Interesse besteht. Es sei als Eckgebäude prägend für das Ortsbild.

 Wenn die Gemeinde die Kirchstraße 8 abreiße, hätte dies weit reichende Auswirkungen auf die noch vorhandenen historischen Gebäude, die bei eventuellen privaten Abrisswünschen dann auch nicht mehr zu halten seien.

 „Äußerlich ist die Kirchstraße 8 ein hässliches Entlein, das mit einem Plastikpaneel verkleidet wurde“, gibt Architekt Säubert zu. „Aber dahinter verbergen sich historisches Fachwerk und weitere bauhistorische Besonderheiten wie ein Tonnengewölbekeller und die Bohlen-Balkendecke in der ehemaligen guten Stube.“

 Das Hauptproblem für die Gemeinde besteht im Moment darin, dass sie nicht einfach nur das Haus Ochsengasse 7 abreißen kann. Zwar liegt schon eine Abrissgenehmigung vor, das Haus ist aber eng mit der Kirchgasse 8 verzahnt.
 Bei einem Solo-Abriss der Ochsengasse 7 würden teure und problematische Arbeiten am Nachbarhaus anfallen, um dessen Statik zu retten.

 Was also tun? Entweder doch beide Häuser – ungeachtet des Denkmalcharakters der Kirchgasse 8 – abbrechen oder beide Häuser stehen lassen und auf einen Investor hoffen, der sie mit viel Liebe auf Vordermann bringt. Eine „Tip-Top-Sanierung“ für beide Häuser, schätzt Architekt Säubert, würde zwischen 500000 und 700000 Euro verschlingen. Es gehe aber auch billiger.

 Im neuen Ratssaal über die Zukunft der historischen Gebäude zu entscheiden, stieß bei Gemeinderat Winfried Scheuermann (CDU) auf wenig Gegenliebe. Er schlug vor, dass das Gremium sich erst bei einem Ortstermin selbst ein Bild macht und dann eine Entscheidung fällt. „Ich muss Sie aber auf eigene Gefahr in die Gebäude lassen“, scherzte Bürgermeister Eiberger. Aber er wird als Verwaltungskapitän beim Vor-Ort-Termin sicher als gutes Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes vorangehen. Denn welcher Bürgermeister will schon seinen Gemeinderat gefährden?

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