Zu brav für den Aufstieg

Erstellt: 31. Mai 2012, 23:30 Uhr
Zu brav für den Aufstieg Pure Entttäuschung bei den Knittlinger Spielern, die mitansehen, wie Büchenbronn auf der anderen Platzseite feiert. Foto: Eigner

Der FV Knittlingen liefert ausgerechnet in der Aufstiegsrelegation zur Kreisliga seine wohl schwächste Leistung der Saison ab. In einer einseitigen Partie unterliegt das Team von Trainer Eberhard Braun dem SV Büchenbronn verdient mit 0:3 und spielt somit auch in der kommenden Saison in der Kreisklasse A.

Von Steffen-Michael Eigner

Keltern-Ellmendingen. Kein Einziger im Knittlinger Team erreicht am gestrigen Abend auch nur annähernd seine normale Form. Das schnelle Kurzpassspiel, die überfallartigen Angriffe, die den FVK normalerweise auszeichnen – nichts davon ist zu sehen. Die Zaungäste sind völlig konsterniert. In der Punkterunde hat Knittlingen immerhin 98 Tore geschossen, nun kommen die Angreifer kaum in Strafraumnähe.

„Zu viele lange Bälle, wenig Spielfluss. So kenne ich Knittlingen gar nicht“, ist Gero Italiano, der neue Trainer der SG Ölbronn-Dürrn, in der Halbzeit.pause „Bei denen geht heute gar nichts zusammen“, staunen Frank Alber von Viktoria Enzberg und Andreas Rudy vom TSV Ötisheim über den schwachen Auftritt des Ligakonkurrenten. „Nicht so, wie man sie kennt“, schüttelt auch Thomas Schmid, langjähriger Spielleiter des FV Knittlingen, ratlos den Kopf. Zur Pause liegt seine Mannschaft schon 0:2 zurück, nachdem Torwart Dennis Genthner zweimal eine Flanke falsch eingeschätzt und danebengegriffen hatte. Einmal war Manuel Stein (8.), das andere Mal Giuseppe Paladino der Nutznießer für Büchenbronn.

Ufuk Kocaoglu, der in der Hinrunde 32 Tore für Knittlingen marktere und in der Winterpause zum 1. CfR Pforzheim wechselte, steht im Trainingsanzug seines FVK bei der Auswechselbank und feuert seine Ex-Kameraden noch einmal an. Doch die finden auch nach dem Seitenwechsel weder nicht zu sich noch ins Spiel. Dennis Genthner riskiert in der 54. Minute noch Kopf und Kragen, um das 0:3 zu verhindern. Zwei Minuten später ist es dann doch passiert, Marco Cigno schließt aus spitzem Winkel und kurzer Distanz erfolgreich ab. Zuvor hat Büchenbronner mit Leichtigkeit durch die Knittlinger Reihen kombiniert.

Die Fauststädter sind einfach zu brav, gehen den Bällen nicht entgegen, gewinnen keine Zweikämpfe – sofern sie überhaupt welche annehmen. Und kaum haben sie mal den Ball am Fuß, spielen sie ihn in den Rücken des nächsten Mitspielers. #

Die erste halbwegs nennenswerte Torchance hat Knittlingen nach einer Stunde, als Daniel Gallardo freigespielt wird, doch SVB-Keeper Michael Mutschelknauß ist vor dem Knittlinger Spielmacher am Ball. Den einzigen echten Torschuss gibt Fabian Neugebauer in der 81. Minute ab, genau in die Arme von Mutschelknauß. Symptomatisch eine Szene vier Minuten später, als Büchenbronns Peter Strubert aus der eigenen Platzhälfte bis in den Knittlinger Strafraum dribbelt, keiner stellt sich ihm in den Weg, der Büchenbronner überspurtet sogar einige Gegenspieler, die mitlaufen wollen. Lediglich sein Außenristschuss aus kaum zehn Metern Entfernung verfehlt das Tor.

„Vielleicht ist die Mannschaft noch zu jung und war dem Druck nervlich nicht gewachsen. Wir waren ganz schlecht, ausgerechnet heute bieten wir unsere schlechteste Saisonleistung. Wir haben ja im ganzen Spiel nicht einmal ein richtiges Foul begangen“, sucht Trainer Eberhard Braun hilflos nach einer schlüssigen Erklärung.

„Die Gegentore gehen auf meine Kappe“, hadert Dennis Genthner und rauft sich die blonden Haare. Doch er allein ist auch nicht schuld, das ist dem Torhüter klar. „Wir waren heute im Mittelfeld völlig unterlegen, Büchenbronn hatte wahrscheinlich 70 Prozent Ballbesitz“, fasst Genthner das Spiel zusammen. Und Jürgen Widmann, Trainer der Spvgg Zaisersweiher und mit seinem Knittlinger Kollegen Eberhard Braun gut befreundet, bedauert: „Schade, dann gibt es für uns nächstes Jahr kein Derby.“ Denn abgesehen von Zaisersweiher und dem FV Niefern kommen alle Kreisligisten in der kommenden Saison aus Pforzheim und aus dem westlichen Enzkreis.

Tore: 0:1 Manuel Stein (8.). 0:2 Giuseppe Padalino (40.), 0:3 Marco Cigno (56.)

FV Knittlingen: D. Genthner – A. Genthner, Dolt, Herczog, Thome, Lang (50. Duman), Neugebauer, Gallardo, Bergemann (64. Bajohr), Reichstetter, Weber

SV Büchenbronn: Mutschelknauß – Furtwengler, Haferkorn (83. Fuchs), Strubert, Weik (52. Geraci), Padalino, Cigno, Kopp, Stein (67. Doru), Jany, Schweikl

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