Ziegelwerken droht das Aus

Erstellt: 30. November 2006, 00:00 Uhr
Ziegelwerken droht das Aus Das Ziegelwerk Mühlacker schneidet im internen Kosten-Vergleich des Wienerberger-Konzerns schlecht ab. Foto: Eier

Kostennachteile: Standort Mühlacker auf dem Prüfstand

Mühlacker – Eine Traditionsindustrie am Standort Mühlacker steht vor einer ungewissen Zukunft. Die hiesige Produktion von Koramic-Dachziegeln, heißt es bei der Wienerberger-Gruppe, stehe auf dem Prüfstand.

VON THOMAS EIER

Reinhard Schwitalla, kaufmännischer Leiter von Wienerberger in Deutschland, ließ beim gestrigen Energiegipfel bei den Stadtwerken Mühlacker aufhorchen: Dem Firmenstandort Mühlacker, sagte er in die Runde, drohe wegen der extremen Kostennachteile bereits innerhalb der nächsten 24 Monate das Aus. Als einen Grund für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit des Mühlacker Werks auch im innerdeutschen Vergleich nannte Schwitalla die extremen Preissteigerungen für Energie, die zu jährlichen Mehrkosten von einer halben Million Euro gegenüber anderen Standorten in Deutschland führten. Der Vertreter der Unternehmensgruppe Wienerberger, die mit 250 Werken in aller Welt vertreten ist, erinnerte daran, dass die Produktion von Mauerziegeln in Mühlacker bereits eingestellt und die Produktion von Dachziegeln inzwischen halbiert worden sei.

 Auf direkte Nachfrage des Mühlacker Tagblatt relativierte Schwitalla den Eindruck, die Schließung des Mühlacker Werkes sei bereits fest ins Auge gefasst. „Es gibt keinen Beschluss und auch keinen Termin“, beruhigte er zunächst. Jedoch: „Wir spielen natürlich, angesichts der Standortnachteile, alle Szenarien durch.“

 Gegen eine Aufgabe des Mühlacker Werkes, für das noch knapp 100 Mitarbeiter tätig seien, spreche der gute Ruf, den Ziegel aus Mühlacker dank ihrer großen Tradition noch immer auf dem Markt genießen: „Wir tun uns schwer, weil der Standort Mühlacker einen guten Namen hat.“

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