Würth-Ansiedlung droht zu platzen

Erstellt: 13. Oktober 2011, 23:20 Uhr
Würth-Ansiedlung droht zu platzen So, wie in dieser 3-D-Visualisierung, soll das neue Gebäude auf dem alten Schott-Areal nach der Planung des Grundstückseigentümers aussehen. Doch die Stadtverwaltung äußert Einwände.Grafik: privat

Mühlacker. Der Ötisheimer Michael Sellin, dem das Anwesen an der Uhlandstraße am Ortseingang aus Richtung Illingen seit 2005 gehört, möchte neben dem bestehenden Haus ein zweigeschossiges Flachdachgebäude mit einer Mietfläche von insgesamt rund 1300 Quadratmetern bauen. Die Künzelsauer Firma Würth möchte laut Sellin circa 500 Quadratmeter für die Einrichtung eines Abholzentrums für Handwerker nutzen; ungefähr 350 Quadratmeter würde das benachbarte Fitnessstudio gerne für eine Erweiterung seiner Räume beanspruchen. Außerdem hätten noch Büros in dem Neubau Platz. „Ich habe einen fertigen Mietvertrag mit Ausstiegsklausel mit Würth“, sagt Michael Sellin. Doch soweit die Dinge aus seiner Sicht auch schon gediehen sein mögen, ist es dennoch keinesfalls sicher, dass der Geschäftsmann seine Absicht realisieren kann.

Im Gegenteil. Gemeinderat und Stadtverwaltung hätten gegenüber dem Eigentümer des Außenbereichsgrundstücks mehrfach deutlich gemacht, „dass die Schaffung von Baurechten eine substanzielle Verbesserung der Stadteingangssituation erwirken müsste“, teilt das Planungs- und Baurechtsamt der Stadt dem Ausschuss für Umwelt und Technik mit, der sich am kommenden Dienstag mit dem Thema beschäftigen soll.

Neben einer „angemessenen Gestaltung des Gebäudes“ hält das Amt ein drei- bis viergeschossiges Gebäude für sinnvoll. Und hier liegt eben der Stein des Anstoßes: Der vorliegende Entwurf sieht lediglich eine zweigeschossige Bebauung vor, die nach Ansicht des Amts angesichts der topografischen Verhältnisse – Tieflage des Gebäudes zur B10 hin – „nicht überzeugen kann“. Außerdem gehe die Grundfläche des Hauses mit rund 1000 Quadratmetern deutlich über die vom Gemeinderat als Grundlage der Planung beschlossenen Fläche von etwa 700 Quadratmetern hinaus. Unterm Strich bedeute dies, dass das gewünschte Haus flächenmäßig größer als bisher geplant würde, dafür aber niedriger als an dieser Stelle städtebaulich notwendig, fasst das Planungsamt zusammen.

Auch an einem anderen Punkt sehen die kommunalen Planer Schwierigkeiten. Eine Erschließung über die B10 sei nicht möglich, vielmehr müsste sie für das gesamte Grundstück über die Uhlandstraße in unmittelbarer Nähe zur Ampelkreuzung B10/Uhlandstraße erfolgen. Dies wiederum berge die Gefahr eines Rückstaus zwischen Grundstücksausfahrt und Kreuzung, weshalb Nutzungen mit erheblichem Verkehrsaufkommen dort kaum machbar seien, so die Verwaltung, die dem Ausschuss empfiehlt, das Verfahren auf Basis der vorgelegten Planung nicht voranzutreiben. Doch was wird im Falle einer Ablehnung aus der Ansiedlung der Firma Würth, die 100000 verschiedene Produkte von Schrauben bis Möbel- und Baubeschlägen im Sortiment hat? „Dann geht Würth ans Illinger Eck oder nach Vaihingen“, meint Michael Sellin. Der Eigentümer des Areals verliert allmählich die Geduld. „Ich bin über Jahre vertröstet worden“, moniert er. „Ich mache mir Gedanken, ob weitere Verhandlungen mit der Stadt Sinn machen.“ Werde sein Ansinnen abgeschmettert, wolle er das Anwesen „seiner ursprünglich genehmigten Nutzung zuführen“, deutet er an. Früher standen dort Autos.

Der Bau eines drei- oder viergeschossigen Gebäudes komme für ihn nicht infrage. „Das wäre für mich unwirtschaftlich.“ Vermutlich bekäme er nicht die Mieter, die er bräuchte. Im Übrigen sei es fraglich, ob es für die Innenstadt vorteilhaft wäre, wenn Mieter wie Ärzte von dort weggingen, um auf dem Schott-Areal einzuziehen, gibt Sellin zu bedenken, dem, wie er sagt, bereits mehrere Anfragen vorliegen.

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