Wir halten hier Ordnung

Erstellt: 31. Mai 2010, 00:00 Uhr
Wir halten hier Ordnung Spaß beim Tischfußball im hellen Aufenthaltsraum des neuen Jugendtreffs. Foto: Filitz

Enzberger Jugendtreff eingeweiht – Künftige Nutzer packen kräftig mit an und ersparen der Stadt Kosten

Im Beisein von Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider, Mitgliedern des Gemeinderats und Vertretern der offenen Jugendarbeit im Enzkreis ist der neue Jugendtreff in Enzberg offiziell eingeweiht worden. Rund 70 Besucher kamen am ersten Tag.

Von Eva Filitz

Mühlacker-Enzberg. „Den Knoten hat die Viktoria Enzberg durchhauen: Der Vorschlag, die Container neben dem neuen Sportpark aufzustellen, fand die uneingeschränkte Zustimmung der Verwaltung und der Vereine“, erinnerte OB Schneider an das lange währende Hickhack, bevor das Projekt endlich in trockenen Tüchern war. Dabei waren sich alle Beteiligten schon lange bewusst, dass der größte Stadtteil von Mühlacker für seine Jugendlichen dringend wieder eine feste Bleibe benötige, nachdem die angemieteten Räume des alten Treffs am Rathausplatz im Mai 2008 gekündigt worden waren. Dort hatten seit 2001 Mitglieder des Fördervereins der Hartfeldschule ehrenamtlich die Jugendlichen betreut.

 Ab Januar 2010 hat nun der Verein Miteinanderleben e. V. die Trägerschaft für die offene Jugendarbeit in Enzberg, ebenso wie für das ProZwo in Mühlacker, übernommen und stellt mit Nathalie Pavan eine ausgebildete Jugend- und Heimerzieherin an die Spitze des Jugendtreffs. Allerdings kann sie aufgrund anderer Verpflichtungen nur ein Viertel ihrer Arbeitskraft in den Jugendtreff in Enzberg investieren. Inwieweit das ausreiche, um die Defizite der vergangenen zwei Jahre aufzuholen und dem neuen Treff attraktive Strukturen zu geben, bleibe abzuwarten, merkten einige Anwesende skeptisch an. „Die schlimmen Vorfälle, mit denen Enzberger Jugendliche für Negativschlagzeilen sorgten, wären so nicht passiert, hätten sie eine Anlaufstelle gehabt“, ist sich Reinhold Augenstein vom Förderverein Hartfeldschule sicher. Sein Verein sei bereit, auch den neuen Jugendtreff zu unterstützen.

 Tatkräftige Unterstützung fand Natalie Pavan bereits durch fünf Jugendliche, die schon in der Aufbauzeit viele Arbeiten übernommen hatten. Die Theke ist zum Beispiel ein Eigenbau. „Durch diese Mithilfe bei der Gestaltung der Inneneinrichtung und die Spenden einiger Sponsoren bleiben wir deutlich unter dem Kostenlimit von 80000 Euro“, erklärte Richard Cassutti, Leiter des städtischen Amts für Bildung und Kultur. Heute sind Baris, Inanc, Cihan, Mert und Yusuf ein festes Team und beteiligen sich an der Organisation. Stolz trugen sie am Tag der Eröffnung ihr Jugendtreff-T-Shirt mit ihren persönlichen Initialen. Sie kümmerten sich um die Gäste, gaben Getränke aus, bauten ein kleines Buffet auf, schmissen den Grill an, brutzelten Würstchen. Am Abend zuvor hatten die Jungen die Küche in Betrieb genommen und Nudelsalat vorbereitet und Muffins gebacken. Als „gute Fee“ im Hintergrund fungierte Songul Yildirim, die Mutter von Baris, die Essen vorbereitete.

 Von den benachbarten Fußballern brachte Vorstand Heinz Voges als Geschenk einen Fußball mit. Kreisjugendpfleger Florian Hennig überreichte einen Scheck über 1500 Euro, gespendet vom Jugendfonds Enzkreis, der auch die T-Shirts und ein Dartspiel sponserte.
 Etwa 80 Quadratmeter groß ist der Container, der einen Vorratsraum, ein Büro, die integrierte Küche hinter der Theke, einen Aufenthaltsraum mit Tischen und Stühlen, zwei Tischkickern und kleiner Sitzecke sowie getrennte Sanitäreinrichtungen, von denen eine behindertengerecht ist, bietet.

 Ein Plus ist der angrenzende Bolzplatz. Bis es dunkel wurde, rollten dort am Samstagabend der Ball. Die fehlenden zwei Tore stellt die Stadtverwaltung demnächst auf.

 Der Treff ist montags und mittwochs ab 18 Uhr bis 21 oder 22 Uhr geöffnet und vierzehntägig im Wechsel am Donnerstag und Freitag. Die Leiterin Nathalie Pavan ist zu diesen Zeiten anwesend. Am Wochenende können die Jugendlichen ins ProZwo in die Kernstadt gehen. Es gibt eine kleine Speisekarte, alkoholfreie Getränke, Bier und Red Bull.

 „Wir werden beweisen, dass wir nicht zu denen gehören, die die Enzberger Jugend in Verruf gebracht haben, wir halten hier Ordnung“, versicherte der 15-jährige Yusuf vom Team und ist sich seiner Verantwortung voll bewusst.

 Viel Spaß beim Kartenspielen hatten am Wochenende Laura, 15, Kira, Berna und Fabian, alle 16. Was sie erwarten? „Ich wünsche mir, dass viele regelmäßig kommen und sich eine richtige Gemeinschaft bildet“, sagte Fabian.

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