Wiederholungstäter kommen in die Gänge

Erstellt: 27. August 2007, 00:00 Uhr
Wiederholungstäter kommen in die Gänge Blauer Himmel und eine ebene Strecke: Das Enztal-Volksradfahren kommt bei Familien gut an. Foto: Hansen

371 Teilnehmer schwingen sich beim Enztal-Volksradfahren in den Sattel – Zwei Strecken zur Auswahl

Mühlacker-Lomersheim – Phantastisches Wetter, eine schöne Strecke, ein idyllischer Rastplatz an den Illinger Klosterseen und in seltenen Fällen ein ungeduldiges Familienmitglied – das brachte am Sonntagmorgen auch ausgemachte Schlafmützen dazu, sich in den Sattel zu schwingen. 371 Teilnehmer sind beim 26. Enztal-Volksradfahren des Rad- und Kraftfahrervereins Lomersheim (RKV) gestartet und traten 20 oder 43 Kilometer lang in die Pedale.

VON ISABEL HANSEN

Um sieben Uhr morgens öffnen Claudia Pflüger und Heike Kessler offiziell die Anmeldestelle im RKV-Vereinsheim in Lomersheim. „Von mir aus könnte es auch zwei Stunden später anfangen“, lacht Claudia Pflüger. Willi Aichele dürfte dann allerdings sehr ungeduldig werden. Der 78-Jährige ist der Erste am Start – wie immer. „Willi ist schon um Viertel vor sieben gekommen. Er ist ein echter Wiederholungstäter“, erzählt RKV-Vorsitzender Paul Kessler. Das sind bei der „Tour de Lomerscha“ allerdings die meisten. Es gibt einen Kern von rund 200 Radfahrern, die ich fast jedes Jahr sehe“, so Kessler.

 Einer der wenigen, die zum ersten Mal dabei sind, ist Jonas Milchraum. Zu viel Respekt hat er vor der Premiere keineswegs, auch Steigungen machen ihm keine Angst. Ganz entspannt sitzt er im Kindersitz und wartet darauf, dass es losgeht. Mit 14 Monaten hat Jonas gut lachen: Heute strampelt der Papa und nicht das Baby. Die vertauschten Rollen finden bei Mutter Heike ungeteilte Zustimmung.

 Souverän beherrscht der fünfjährige Christian Bachmann seinen Mini-Drahtesel. Dafür haben seine beiden älteren Brüder, der neunjährige Tobias und der siebenjährige Johannes, mit bewährter Methode gesorgt. „Die beiden haben mich angeschoben und losgelassen. Ich hatte nie Stützräder.“ Die meist flache Strecke der 20-Kilometer-Runde ist für „Bergziege“ Christian ein Klacks. „Der ist schon einen Buckel in Oberstdorf hochgefahren, der war sooo steil“, lobt Trainer Tobias und deutet eine stolze Steigung von 45 Grad an. „Ich hatte nicht einmal eine Gangschaltung“, betont Christian. Der Blick wandert zu den Eltern. „Mein nächstes Fahrrad hat aber eine.“ Der neunjährige Lukas Sommer und sein jüngerer Bruder Jakob (sieben Jahre) haben sich bereits als Ausdauer-Spezialisten bewährt. „Ich bin schon einmal mit den Fahrrad von Bad Wildbad bis Mühlacker und dann nach Hause nach Schmie gefahren“, erzählt Lukas stolz. Und auch Jakob hat offensichtlich einen langen Atem. „Als er Lukas’ Fahrrad ausprobieren durfte, ist er auf dem Hof den ganzen Tag im Kreis gefahren. Immer wieder. Das waren mindestens 30 Kilometer“, erinnert sich seine Mutter Sonja.

 Bei Jürgen Sperle dagegen war schon vor dem Start die Luft raus: „Ich hatte heute Morgen einen Platten.“ Sein Glück: Vor dem Vereinsheim sorgt Arthur Schmid vom gleichnamigen Fahrrad-Geschäft in Mühlhausen dafür, dass Pechvögel wieder in die Gänge kommen. Ratzfatz ist der Schlauch gewechselt, und Sperle kann unbesorgt aufbrechen: 43 Kilometer durch Illingen Schützingen, Horrheim, Ensingen, zurück nach Illingen und danach eine Schleife durch Lienzingen, Mühlacker, Dürrmenz wieder nach Lomersheim.

 Hier trennen sich die Wege mancher Familien: Der einladende Verpflegungsstand an den Illinger Klosterseen ist gleichzeitig der Schnittpunkt zwischen der kleinen und der großen Tour. Die Sportler können jetzt richtig Tempo machen. Die anderen faulenzen in der Sonne und warten, bis die Langstrecken-Fahrer sich ausgetobt haben. Gemeinsam kann es dann zurück zum RKV-Vereinsheim ins Ziel gehen. Dort können die Radler dann bei Kaffee, Kuchen, Würstchen und Spaghetti ihre Akkus wieder aufladen, ehe sie die letzten Kilometer nach Hause radeln.

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