Wetter sorgt für frühreife Trauben

Erstellt: 29. August 2007, 00:00 Uhr
Wetter sorgt für frühreife Trauben Weinexperte Allmendinger freut sich auf einen guten Tropfen. Foto: Fuchslocher

Weinlese beginnt deutlich früher – Keine Entwarnung bei Schwarzwurzelkrankheit

Enzkreis – In den Weinbergen rund um Mühlacker beginnt die Weinlese in diesem Jahr rund zwei Wochen früher als geplant. Das Wetter war für die Reben „optimal“, betont Ulrich Allmendinger, der Vorsitzende der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen. Trotzdem ist nicht alles eitel Sonnenschein. Denn die Schwarzwurzelkrankheit bereitet den Weinexperten weiter Sorgen.

VON MAIK DISSELHOFF

Die tückische Krankheit, die vor vier Jahren im Enztal zum ersten Mal an Rebstöcken diagnostiziert wurde, gibt den Wengertern in der Region weiter Rätsel auf. „Wir können keine Entwarnung geben“, sagt Allmendinger. Die Schwarzwurzelkrankheit bleibe im Enztal weiter ein „sehr ernstes Thema“.

 Bei der Krankheit leiden die Leitungsbahnen der Rebe, die die Nährstoffe transportieren. „Die Glasflügelzikade, deren Wirtspflanze eigentlich die Brennnessel ist, setzt sich auf die Rebe und injiziert beim Saugen ein Bakterium, das die Verstopfung der Leitungen bewirkt“, beschreibt der Vorsitzende der Genossenschaftskellerei den komplizierten Mechanismus, der die Rebe schachmatt setzt.

 Besonders betroffen ist mit dem Lemberger eine der schwäbischen Lieblingsweinsorten. Auch in Mühlhausen sind Reben befallen. „Wir empfehlen den Wengertern, befallene Triebe schnell abzuschneiden“, rät Allmendinger. Dadurch seien vereinzelt schon Erfolge erzielt worden. Teilweise gingen aber auch ganze Rebstöcke kaputt. Generell macht Allmendinger klar, dass in Bezug auf die Schwarzwurzelkrankheit noch die Erfahrung fehle. „Wir wissen nicht wie sich das Ganze weiterentwickelt.“ Abgesehen von den infizierten Rebstöcken geht es den Trauben in den Weinbergen gut. Der heiße April und das für den Weinbau „optimale Wetter“ haben dafür gesorgt, dass die Reife von Trollinger und Co. weiter fortgeschritten ist als normal. „Auch bei uns kommt die Lese früher“, sagt Allmendinger. Rund zweieinhalb Wochen vor der gewöhnlichen Lesezeit, um den 10. September, kann es losgehen.

 Viel hänge vom Wetter der nächsten Wochen ab. „Diese Zeit ist entscheidend“, betont der Genossenschaftsvorsitzende. Der Weinfreund könne sich auf gute Qualität freuen. Für einen Badeurlaub sei das hiesige Sommerwetter zwar nichts gewesen, der Entwicklung der Trauben habe es jedoch gut getan. „Wir hatten immer genügend Wasser und Sonne zu rechten Zeit.“

 Die einzige Sorte, die etwas aus der Reihe tanzt, ist der Acolon. Diese Neuzüchtung könnte noch vor den Frühsorten gelesen werden. „Die neuen Sorten sind auch diejenigen, die im Badischen schon teilweise gelesen wurden“, weiß Allmendinger. „Die traditionellen Frühsorten sind frühestens in zwei Wochen dran.“

Maik Disselhoff

Weiterlesen
Vier Operationssäle gehen im Juli in Betrieb

Vier Operationssäle gehen im Juli in Betrieb

Aufsichtsrat der Enzkreis-Kliniken tagt – Im Mühlacker Krankenhaus werden Stationen saniert Von Gerhard FranzMühlacker. Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen für den Bau von vier Operationssälen direkt am Mühlacker Krankenhaus…. »