Wenn Lausbuben in die Jahre kommen…

Erstellt: 24. April 2008, 00:00 Uhr
Wenn Lausbuben in die Jahre kommen… Erinnerungen teilen. Foto: Garhöfer

Seniorennachmittag mit Bildern aus der Jugendzeit

Weißt du noch, vor dem Kriegerdenkmal an der Kürnbacher Straße stand eine riesige Trauerweide, da sind wir Kinder oft reingeschlüpft.“ „Schau mal! Die alte Tankstelle vom Wilhelm! Die gibt’s schon ewig nicht mehr!“ „Das auf dem Kuhfuhrwerk, das sind mein Vater und der Franz“ – an Gesprächsstoff mangelte es beim Seniorennachmittag am Dienstag im TeleGIS wahrlich nicht. Die Sternenfelser Albvereinsgruppe hatte die Senioren aus Sternenfels und Diefenbach aus Anlass ihrer Veranstaltungsreihe „Sternenfels und Diefenbach – Dorf und Landschaft im Wandel“ zu einem Diavortrag mit Bildern aus deren Kinder-, Jugend- und Konfirmandenzeit eingeladen.

 Rund 50 Seniorinnen und Senioren erlebten im TeleGIS den kurzweiligen Vortrag, der viele Erinnerungen wach rief. Bei dem Vortrag, den Klaus Haag von der Albvereinsortsgruppe zusammen gestellt hatte, wurde deutlich, dass sich nicht nur Dorf und Landschaft rund um Sternenfels und Diefenbach stark verändert haben, sondern auch Gesellschaft, Schule und Familie. Auf den Klassenfotos der 30er und 40er Jahre trugen die Buben kurze Hosen und gestrickte Strümpfe, die Mädchen Schürzen und geflochtene Zöpfe. „Das sind wir, das ist unser Jahrgang“, hieß es oft, wenn ein neues Bild erschien, und der Anblick der kleinen Buben und Mädchen, die heute gestandene Opas und Omas sind, löste oft genug fröhliches Lachen aus. Den Erinnerungen half Klaus Haag durch seine Erläuterungen auf die Sprünge: „Dieser Lehrer hat den Schülern immer mit dem Geigenbogen auf den Kopf geklopft, wenn sie ihn im Musikunterricht geärgert haben.“ „Naja, der hat uns aber halt auch geärgert“, konterte ein ehemaliger Schüler prompt und bewies damit, dass der Lausbub im Mann manchmal bis ins Seniorenalter erhalten bleibt.
 Bemerkenswert waren auch die Konfirmandenbilder aus dieser Zeit: „Obwohl es eine ganz arme Zeit war, haben die Familien alles daran gesetzt, ihr Kinder für die Konfirmation ordentlich herzurichten. Als Konfirmandengeschenke gab es für Mädchen Sammeltassen oder Taschentücher, für die Buben ein Mäppchen mit Kamm mit Spiegel.“

 Passend zu den Erinnerungen aus der Jugendzeit trugen Irma Götz und Doris Krauß Gedichte der Diefenbacher Heimatdichterin Frieda Oelschläger vor. In ihrer unnachahmlich heiteren Art schilderte die dichtende Bäuerin aus Diefenbach unter anderem die Geschehnisse um die erste Diefenbacher Rebflurbereinigung am Rohrberg und den Zusammenschluss der Gemeinden Sternenfels und Diefenbach.

  Mit diesem historischen Ereignis verband die bodenständige Landwirtin auch eine ganz praktische Hoffnung: Wenn sich zwei so große Ort zusammenschließen, müsse sich doch endlich wieder eine Bockstation in der Gemeinde rentieren, „dass i mei Geiß neme zom bocka noch Dürrmenz muaß führa“.

Andrea Garhöfer

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