Wenn der Drahtesel lahmt

Erstellt: 28. April 2011, 00:00 Uhr
Wenn der Drahtesel lahmt Ein verkehrssicheres Fahrrad ist wichtig. Jakob Filian zeigt, worauf es ankommt. Foto: Garhöfer

Experten der Verkehrsprävention überprüfen Fahrräder auf ihre Sicherheit – Mängel können böse Folgen haben

Von Andrea Garhöfer

Mühlacker. Der Frühling hat Einzug gehalten und verlockt dazu, das Auto in der Garage stehen zu lassen und stattdessen mit dem Fahrrad zu starten. Bevor die Ausfahrt auf dem Drahtesel jedoch losgeht, sollte zunächst geprüft werden, ob das Rad auch frühlingsfit – das heißt: verkehrssicher – ist, empfiehlt Polizeihauptkommissar Jakob Filian von der Verkehrsprävention der Polizeidirektion Pforzheim.

 Seine „Basisstation“ hat Jakob Filian im Verkehrswachtgebäude in der Mühlacker Rappstraße, von hier aus startet er in Sachen Verkehrserziehung in den gesamten Enzkreis. „Wir bieten verschiedene Projekte und Schulungen an – vom Kindergarten- bis zum Seniorenalter“, räumt er mit dem Vorurteil auf, dass Verkehrserziehung nur ein Thema für Grundschulkinder ist. Schulwegtraining für Vorschüler und Schulanfänger, Radfahrausbildung für Grundschüler, Elternabende zum Thema Verkehrssicherheit oder Vorträge für Senioren nennt er Beispiele für sein Tätigkeitsfeld. Auf dem Fahrradübungsplatz in der Rappstraße schult Jakob Filian Grundschulklassen bei der Fahrradausbildung, Donnerstagnachmittags von 14 Uhr bis 15.45 Uhr ist der Platz aber auch für alle anderen Kinder geöffnet, die das richtige Verhalten als Fahrradfahrer im Straßenverkehr trainieren wollen. Und: in dieser Zeit hilft Jakob Filian auch, das jeweilige Rad auf seine Verkehrssicherheit zu checken. „Das geht recht schnell“, sagt der Experte, innerhalb von wenigen Minuten hat er ein Fahrrad untersucht.

 „Im Straßenverkehr müssen alle Fahrräder verkehrssicher sein. In meiner täglichen Arbeit stelle ich häufig fest, dass die Fahrräder der Kinder vorschriftsmäßig ausgerüstet sind, während die Fahrräder der Erwachsenen oft eklatante Mängel aufweisen“, sagte er. Dabei sind die gesetzlichen Vorgaben, was ein verkehrssicheres Fahrrad aufzuweisen hat, gar nicht so umfangreich. „Es sind die Mindeststandards, um sich und andere im Verkehr nicht zu gefährden: funktionierende Bremsen, Klingel, Beleuchtung und Reflektoren an Pedalen und Speichen sowie nach vorne und hinten, um für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu sein“, sagt Jakob Filian. Sind diese Mindeststandards nicht erfüllt, kann es im Falle eines Unfalls oder Schadens auch versicherungsrechtliche Schwierigkeiten geben. In letzter Zeit habe es teilweise Verwirrung gegeben um die korrekte Beleuchtung des Fahrrads. „Die Situation ist so, dass eine dynamobetriebene Beleuchtung im Gesetz vorgeschrieben wird, aber es werden auch batteriebetriebene Aufstecklichter akzeptiert“, sagt der Polizeihauptkommissar. Nur: die Beleuchtung muss sein. „Man kann nicht sagen: ,Ich fahre nur bei Helligkeit‘ und die Aufstecklichter zu Hause lassen“, mahnt er. Keine gesetzliche Pflicht ist es dagegen, einen Helm zu tragen. „Dass sich das Helmtragen trotzdem durchgesetzt hat, ist sehr sinnvoll“, sagt Filian. Wichtig sei, dass der Helm richtig sitzt, „die Riemen entlang des Gesichtes und unter dem Kinn sollten nicht zu locker sein“, erklärt er.

 Nach einem prüfenden Blick auf die Stabilität von Lenker und Sattel, eine gute Bereifung, eine gespannte Kette, eine funktionierende Schaltung und – gerade bei Kindern – auf die richtige Größe des Rades kann es dann losgehen. „Allerdings stelle ich gerade bei der Arbeit mit Kindergarten- und Grundschulkindern immer wieder fest, dass Kinder zunehmend Probleme mit der Motorik und der Balance haben“, sagt Filian. Spielplatz statt Fernseher oder Tretroller fahren statt Computer spielen seien Freizeit-Alternativen, die Kindern nicht nur Spaß machen, sondern sie auch gesund halten und ihnen die notwendige Sicherheit als Radfahrer im Straßenverkehr geben. Ein wichtiges Vorbild seien auch die Eltern und ihr Verhalten auf dem Rad und im Straßenverkehr.

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