Weiter Vorfahrt auf der Uhlandstraße

Erstellt: 27. November 2009, 00:00 Uhr
Weiter Vorfahrt auf der Uhlandstraße Verkehrsexperten, Behördenvertreter, Gemeinderäte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Mühlacker bei der Verkehrsschau. Die Fachleute beraten über die Vor- und Nachteile einer Änderung der Verkehrsregelung im Bereich der Einmündung der Uhlandstraße in die Hindenburgstraße. Fotos: Franz

Verkehrsexperten, Gemeinderäte und Mitarbeiter der Stadtverwaltung gestern bei Verkehrsschau unterwegs

Am Einmündungsbereich Uhlandstraße in die Hindenburgstraße beim Ärztehaus soll zunächst die bisherige Verkehrsregelung beibehalten werden. Dies ist das Ergebnis der Verkehrsschau. Die FW-Gemeinderatsfraktion hatte angeregt, die jetzige Rechts-Vor-Links-Regelung aufzuheben.

Von Gerhard Franz

Mühlacker. Unter der Leitung von Bürgermeister Winfried Abicht waren Vertreter von Polizei, Verkehrswacht, Verkehrsclub Deutschland, Mitarbeiter des Landratsamtes und Gemeinderäte auf Achse, um direkt vor Ort über vorgeschlagene Änderungen im Verkehrsbereich zu beraten.

 Erste Station war der Einmündungsbereich Uhlandstraße/Hindenburgstraße. Derzeit haben Verkehrsteilnehmer aus der Uhlandstraße Vorfahrt. Norbert Möller von der Polizeidirektion Pforzheim sagte, dieser Bereich sei kein Unfallschwerpunkt. Im Hinblick auf die Bushaltestelle und die Parkplätze vor dem Ärztehaus plädierte er dafür, die jetzige Verkehrsregelung zu belassen. Dieser Auffassung waren auch VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb und FDP-Gemeinderat Bruno Oser. Ein Anwohner der Hindenburgstraße forderte jedoch, die Vorfahrtsregelung zu ändern. Seine Begründung: Omnibusse, die von der Hindenburgstraße Richtung Lienzingen fahren, müssen bei der jetzigen Verkehrsregelung mehrfach am Berg anfahren. Der Anwohner: „Wir bekommen den ganzen Feinstaub ab.“ Ein weiterer Vorschlag der Anwohner war, die Uhlandstraße im Bereich des Uhlandbaus zur Einbahnstraße zu erklären. Diese Änderung, so Bürgermeister Winfried Abicht, hätte enorme Auswirkungen. Die Stadtverwaltung werde diesen Vorschlag aus verkehrstechnischer Sicht prüfen.

Schleichweg zur Schillerstraße soll unterbunden werden

 Stadtrat Wolfgang Buchtala hatte vorgeschlagen, im Schulerweg im Bereich des Kindergartens Villa Emrich eine Sackgassenregelung mit Wendestelle einzuführen. Dadurch könnte der Schleichverkehr zwischen der Goldshalde und der Schillerstraße eingedämmt werden. Der schmale und steile Weg ist nur für Anlieger freigegeben. Bei der Aussprache gab es zahlreiche Fragen: vom künftigen Anlieferungsverkehr über den Winterdienst bis hin zu den Eltern, die ihre behinderten Kinder bis zur Villa Kunterbunt fahren müssen. Auch die Frage der künftigen Müllabfuhr wurde diskutiert. Bevor an der jetzigen Verkehrssituation etwas geändert wird, will die Stadtverwaltung zusammen mit den Verantwortlichen der Villa Kunterbunt die Verkehrssituation erörtern.

 Damit die Stadtbusse den Kurvenbereich in der Schillerstraße in Fahrtrichtung Industriestraße besser passieren können, wird das Parkverbot erweitert. Immer wieder ist der Busverkehr im Kurvenbereich behindert. Am P+R Parkplatz zwischen dem Bahnhof und der Drehscheibe soll am Bahnsteig Gleis 50 am westlichen Ende des Parkplatzes ein Zugang zum Gleis 50 geschaffen werden. Bei der Anlegung des Parkplatzes hat die Deutsche Bahn, so die Informationen bei der Verkehrsschau, diesen Zugang abgelehnt.

 Über den geplanten Radweg entlang der Osttangente informierten Karl Kurt Weißenmayer vom Landratsamt Enzkreis und Bürgermeister Abicht. Im Bereich der Firma Behr sei dieser bereits vorhanden. Probleme gebe es im Bereich der Straßenbrücke über die Eisenbahn. Wann ein durchgehender Radweg zur Verfügung steht, wurde bei der Verkehrsschau nicht angesprochen. In Lienzingen wurde der Vorschlag gemacht, die vorhandene Querungshilfe auf der Friedenstraße (Hauptstraße aus Richtung Mühlacker) beim Parkplatz der Frauenkirche in einen Zebrastreifen umzuwandeln. Ausführlich informierte Straßenplaner Karl Kurt Weißenmayer über die Vor- und Nachteile von Zebrastreifen in Bezug zur Verkehrssicherheit. Er regte an, die Querungshilfe besser auszuleuchten und die Randstein der Verkehrsteiler weiß auszuführen.

 Die Planungen für einen Verkehrsteiler in der Knittlinger Straße (das MT berichtete) in Lienzingen sind fertig. Der Vertreter des Landratsamtes informierte über die Planungen. Für die Realisierung müssen mehrere Bäume gefällt werden. Jetzt hat der Naturschutz das letzte Wort.

 Sorge bereitet der Polizei, dass Fußgänger, Radfahrer und Reiter von der Lienzinger Schelmenwaldstraße die Bundesstraße 35 in Richtung Schelmenwald überqueren müssen. Bereits dort gilt Tempo 70. Bei der Verkehrsschau wurde darüber diskutiert, ob es sinnvoll sei, in diesem Bereich der Bundesstraße noch ein Überholverbot anzuordnen.

 Viele Fragen gab es bei der Besichtigung der Einmündung Gaiernstraße/Neuwiesenstraße. Ein Anwohner hatte sich darüber beklagt, dass die Autos im Wohngebiet zu schnell fahren würden. Laut Polizei gibt es in diesem Bereich keinen Unfallschwerpunkt. Fazit vor Ort: Mit einfachen und kostengünstigen Lösungen lässt sich kaum etwas erreichen.

Rechtsabbiegerspur an der Fuchsensteige ein Gefahrenpunkt?

 Mit relativ einfachen Mitteln lässt sich auf der Fuchsensteige an der Einmündung zur B10 eine Rechtsabbiegerspur realisieren. Um rund einen Meter, so die Verkehrsexperten, müsste die Straße verbreitert werden. In diesem Jahr wurden an diesem Einmündungsbereich drei Verkehrsunfälle von der Polizei registriert. FDP-Gemeinderat Bruno Oser – er war 40 Jahre Polizeibeamter – sah in dem Vorschlag der Straßenerweiterung einen neuen Gefahrenpunkt. Seine Begründung: Rechtsabbieger hätten keine Sicht mehr auf den Verkehr auf der B10, wenn direkt neben ihnen ein Auto stehe, das links in Richtung Mühlacker abbiegen will.

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