Weich, aber teurer

Erstellt: 10. Dezember 2009, 00:00 Uhr

Knittlingen beschließt Erhöhung der Wassergebühren

Knittlingen. Weicheres Wasser soll spätestens zu Beginn des Jahres 2011, möglicherweise sogar schon im Herbst 2010, aus den Knittlinger Wasserhähnen fließen. Die dafür verantwortliche Nanofiltrationsanlage und überdies die Verbesserung des Leitungssystems schlagen mit insgesamt 2,28 Millionen Euro zu Buche. Die Neuerungen wirken sich nicht nur auf die Stadtkasse aus: Einstimmig hat der Knittlinger Gemeinderat jetzt eine Anhebung des Wasserpreises beschlossen. Von 2010 an kostet der Kubikmeter 1,43 Euro, 15 Cent mehr als bisher. Eine weitere Erhöhung um 27 Cent auf dann 1,70 Euro folgt zum 1. Januar 2011.

Von Carolin Becker

 „Wir konnten den Wasserpreis lange auf sehr günstigem Niveau halten“, sagte Bürgermeister Heinz-Peter Hopp. Die Investitionen in Leitungssystem und Wasserenthärtung machten eine Preissteigerung nun aber unerlässlich. Auf einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt würden von 2011 an Mehrkosten von rund 65 Euro im Jahr zukommen, rechnete Stadtkämmerer Manfred Dannecker vor. Die Vorzüge des weicheren Wassers würden aber einen Großteil des Betrags kompensieren.

 „Gebührenerhöhungen sind immer schwer zu verkaufen, wir haben aber einen Gegenwert zu bieten“, begründete Matthias Haas (Alternative Liste) seine Zustimmung zu der von der Verwaltung vorgeschlagenen Maßnahme. Er bat darum, die Bevölkerung rechtzeitig darüber zu informieren, wie die Vorteile des weicheren Wassers in bare Münze umgesetzt werden können. „Wir planen kurz vor der Umstellung einen Tag des Wassers“, blickte Manfred Dannecker voraus. Darüber hinaus solle ein Flyer über alle wesentlichen Änderungen Auskunft geben.
 „Im Vergleich mit anderen Enzkreis-Kommunen liegen wir durchaus noch im Rahmen“, betonte unter anderen Karl Hähnle (Parteilose Wählervereinigung). Zudem sei der Wasserpreis seit 1996 nicht angehoben worden.

 Er sei von Bürgern bereits auf die anstehende Kostensteigerung angesprochen worden, berichtete Klaus Meiser (CDU). Diese zeigten großes Verständnis, wenn er ihnen die Hintergründe erkläre.

Knittlingen liegt weiter „vergleichsweise günstig“

 Steigen werden indes auch die seit dem Jahr 2002 stabil gebliebenen Abwassergebühren. SPD-Sprecher Martin Blanc ordnete dies als „logische Folge“ der größeren Neubaugebiete ein. Wie der Gemeinderat einstimmig beschloss, kostet ein Kubikmeter Abwasser vom 1. Januar 2010 an nicht mehr glatte zwei Euro, sondern 2,20 Euro. Die Anpassung der Gebühr sei notwendig, da das Wohngebiet „Römerweg“ nun in die Kalkulation mit einfließe, sagte Manfred Dannecker. Noch nicht berücksichtigt seien das entstehende Gewerbegebiet „Knittlinger Kreuz“ und der Forschungsbereich „DEUS 21“. Knittlingen liege auch nach der Gebührenerhöhung vergleichsweise günstig, betonte der Kämmerer.

 Günstig könnte sich für Landwirte und Besitzer großer Gärten eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg auswirken. „Wenn jemand nachweist, große Mengen Wasser nicht in die Kanalisation einzuleiten, wird ihm jetzt kein Pauschalbetrag mehr abgezogen“, erläuterte Dannecker. Deshalb gewinne der Einbau von Zwischenzählern an Bedeutung. Für diese setzte der Gemeinderat, wie die Verwaltung vorgeschlagen hatte, eine monatliche Gebühr von 1,05 Euro fest.

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