Wechsel an Kaufhof-Spitze

Erstellt: 29. Januar 2009, 00:00 Uhr
Wechsel an Kaufhof-Spitze Neuer Geschäftsführer. - In der „Galeria Kaufhof“ in Pforzheim wird nach elf Jahren ein Führungswechsel vollzogen: Wolfgang Koß (r.) wird Nachfolger von Carl-Josef Dreker als Geschäftsführer. Foto: Kollros

Pforzheim: Wolfgang Koß folgt Carl-Josef Dreker als Geschäftsführer nach.

Pforzheim – In diesen Tagen ging in der „Galeria Kaufhof“ in Pforzheim die elfjährige Ära von Geschäftsführer Carl-Josef Dreker zu Ende. Auf einer Pressekonferenz stellte sich gestern Nachfolger Wolfgang Koß vor, der aus Stuttgart nach Pforzheim wechselt.

VON NORBERT KOLLROS

Im Dezember beging Dreker seinen 65. Geburtstag, aber wegen des Weihnachtsgeschäfts habe er noch einen Monat drangehängt, erzählte der scheidende Chef. Und man hört aus seinen Worten heraus, dass er diese Position im Pforzheimer Haus gerne innegehabt haben muss. Elf Jahre Geschäftsführertätigkeit im selben Haus seien eher unüblich, auch wenn sein Vorgänger Gerd Oehmke sogar 24 Jahre an dieser Stelle gewirkt habe. Dreker sei in den elf Jahren Pforzheimer geworden. Er fühle sich hier wohl und wollte von hier auch nicht mehr versetzt werden, berichtete er.

 Immerhin fiel in seine Anfangsjahre die große Umstrukturierung des Hauses nach dem „Galeria“-Konzept, Pforzheim sei da bundesweit eines der ersten Häuser gewesen. Aus heutiger Sicht sei es die richtige Entscheidung gewesen, um sich im harten Wettbewerb gut behaupten zu können. Was sich auch in der Umsatzentwicklung niederschlage: So habe sich das Pforzheimer Haus in der Rangliste der umsatzstärksten Häuser von Platz 33 auf 26 verbessert. Zum Vergleich: Das Haus in der Stuttgarter Eberhardstraße, woher Nachfolger Koß kommt, liegt „irgendwo im Bereich um 70“, musste dieser einräumen.

 Dreker nannte die Wilferdinger Höhe, wo sich die Handelsflächen ausgedehnt hätten, die neue „Schlössle-Galerie“ sowie einen neuen Einkaufstempel in Karlsruhe mit allein 40000 Quadratmeter Verkaufsfläche als wesentliche Wettbewerbsfaktoren, auf die man sich habe einstellen müssen. Persönlich habe er sich in verschiedenen Gremien eingebracht, um den Einzelhandelsstandort Pforzheim voranzubringen. Meilensteine für die Innenstadt seien fraglos die Eröffnung der „Schlössle-Galerie“ und der „Schmuckwelten“ gewesen, und erkennbar seien auch die Ansätze der Stadt, das Erscheinungsbild der Fußgängerzone zu verbessern. Trotzdem liege noch vieles in verschiedenen Rathaus-Schubladen, und man müsse sich leider damit abfinden, dass „hier die Mühlen langsam mahlen“.

 Auch im Ruhestand will sich Dreker mit solchen Verbesserungen befassen mit dem Ziel, „die Innenstadt zu einem Schmuckstück zu entwickeln“. Dies sei möglich, weil das Gebiet zwischen Sedanplatz, VolksbankHaus, Bahnhof und Marktplatz überschaubar sei. Die Kernproblematik seien freilich der Verkehr und die werktags rund 1600 Busbewegungen auf dem Leopoldplatz. Auch sollten die Parkgebühren auf den Prüfstand gestellt werden, als „Ausgleich für das fehlende Ambiente in der Stadt“. Und die Flussufer müssten stärker im Stadtbild verankert werden. „Wir brauchen eine attraktive Stadtmitte, sonst erhalten wir keine attraktiven Anbieter“, ist Dreker überzeugt.

 So sieht es auch sein Nachfolger: Eine attraktive Innenstadt mit einem gesunden Branchenmix sei wichtig für die Verweildauer der Besucher in der City, weiß Koß, der mit seinen 51 Jahren schon in halb Deutschland herumgekommen ist und in 14 Häusern unterschiedlicher Konzernzugehörigkeit Geschäftsführertätigkeiten ausübte. Im Pforzheimer Haus will er noch verstärkt die Markenkompetenz von Galeria Kaufhof in den Vordergrund stellen und weitere Shops integrieren. Die Lederwaren-Abteilung soll einem Relaunch unterzogen, und die Schmuckabteilung sowie die Parfümerie sollen vergrößert werden.

 Über allem stehe freilich die Kundenorientierung, die von jedem der rund 200 Mitarbeiter ausgehen muss. „Der Kunde hat ein Recht, ein angenehmes Einkaufserlebnis mit Ambiente geboten zu bekommen“, sagt Koß. Deshalb würden die Mitarbeiter von ihm auch jene Wertschätzung erfahren, die sie positiv stimme, was sich dann wieder auf den Kunden übertrage. Im positiven Sinn „quirlig“ wolle er das „gut aufgestellte Haus“ weiterentwickeln.

Weiterlesen
Initialzündung für die Stadt

Initialzündung für die Stadt

Horb am Neckar macht vor, was in Mühlacker möglich sein kann – Die Große Kreisstadt richtet die kleine Gartenschau aus.Heute steht im Mühlacker Gemeinderat der Grundsatzbeschluss zur kleinen Gartenschau 2015 an…. »