Wanderer trotzen der Eiseskälte

Erstellt: 27. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Wanderer trotzen der Eiseskälte Viele Wanderer sind mit Stöcken unterwegs – da fehlen nur noch die Skier.

Rund 600 Teilnehmer bei traditioneller Veranstaltung rund um Mühlacker – Manch einer blieb dieses Mal lieber zuhause

„Bei 30 Grad und Sonnenschein kann ja jeder raus“, stellte einer der Wanderer fest, die gestern beim 15. Weihnachtswandern auch minus 17 Grad und viel Schnee nicht davon abhielten, sich auf eine zehn oder fünf Kilometer lange Strecke zu begeben.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Etwa 600 Teilnehmer wurden von den Organisatoren des Volkswandervereins Mühlacker gezählt, die mit der Veranstaltung zugleich das 25-jährige Bestehen ihres Vereins feierten.

 Bei klirrender Kälte, strahlendem Sonnenschein und einer schneebedeckten Winterlandschaft erwartete die Wanderleute ein echtes Wintermärchen. Vorsicht war jedoch stellenweise bei Schnee- und Eisglätte geboten, wovor die Ausrichter ausdrücklich warnten. Die markierte Wanderstrecke war nicht gestreut, doch mit Stöcken ausgerüstet, stellten die Pisten für erfahrene Teilnehmer kein Problem dar. Den Wanderern machten vielmehr rutschige Straßen zu schaffen, sodass etliche von ihnen das Auto stehen ließen und lieber daheim blieben. Im vergangenen Jahr waren bei der Veranstaltung noch rund 1200 Teilnehmer gezählt worden.

 Die am Mühlacker Mühlehof beginnenden Routen führten durch die Bahnhofstraße in Richtung Erlenbach, wo sich die Strecke teilte. Auf der Zehn-Kilometer-Distanz ging es hier von der Fischzucht Bonnet aus zunächst nach Schömberg, weiter zum Ötisheimer Bahnhof und über den Fahrradweg am Vereinsheim des Eisenbahnersportvereins vorbei wieder zurück in die Senderstadt. „Wir waren schon in Finnland im Urlaub“, gab sich Michael Fütterer unerschrocken, der mit seiner Ehefrau Annette wie jedes Jahr aus Leimersheim im Rheintal gekommen war. Sich nach den Feiertagen endlich wieder zu bewegen und alte Bekannte zu treffen, waren für das Ehepaar die Beweggründe, den Wandertag in Mühlacker im tiefsten Winter zu besuchen. Die Minustemperaturen schreckten die Unerschrockenen nicht ab: „30 Grad Minus sind die Schmerzgrenze“, meint Michael Fütterer. Die Veranstaltung kurzfristig abzusagen, das war für Dieter Belzner nicht in Frage gekommen. Nicht zuletzt weil eine Strafe durch den Deutschen Volkssportverband die Folge gewesen wäre. Der stellvertretende Wanderwart hatte die Strecke ausgesucht und wohlweislich vor allem öffentliche Straßen ausgewählt.

 Mit einem kurzfristig organisierten Schneepflug konnten die Veranstalter den Radweg zwischen Ötisheim und Mühlacker sowie den Weg hoch zum Eisenbahnersportverein räumen. „Bis Weihnachten war das Wetter in Ordnung, doch dann haut‘s da 30 Zentimenter hin“, so Belzner, der schon ganz andere Wetterlagen erlebt hat. „Vor zehn Jahren hatten wir den Sturm Lothar“, erinnert er sich. Da mussten die Organisatoren die Wanderer auf der Strecke einsammeln. Belzner: „Da flogen die Ziegel von den Dächern.“ Es sei halt eine Freiluftveranstaltung“, meint der stellvertretende Wanderwart.

 Das liefert die Organisatoren und die Teilnehmer zwar den Unwägbarkeiten der Natur aus, doch gerade das Naturerlebnis lockt die Wanderer an. „Die Bewegung an frischer Luft“ gefällt Erhard Wieder, der für den VSV Schömberg startete, der mit 57 Mitgliedern die größte Gruppe stellte. „Wenn man sich draußen aufhält, bekommt man auch einen ganzen anderen Sinn für das Ganze“, weist Dieter Fischbach auf den sorgsamen Umgang mit der Natur hin, den das Wandern fördere.

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