Wald wird an anderer Stelle aufgeforstet

Erstellt: 29. April 2006, 00:00 Uhr
Wald wird an anderer Stelle aufgeforstet Landwirtschaftliche Flächen am Waldrand zwischen Mühlacker und Pinache sollen aufgeforstet werden. Foto: Goertz

Für Sägewerk in Heimsheim werden zehn Hektar Forst gerodet – Ersatz in Maulbronn, Illingen und Mühlacker

Enzkreis – Als Ersatz für die rund zehn Hektar Wald, die für das Sägewerk Pollmeier in Heimsheim gerodet werden sollen, müssen an anderer Stelle landwirtschaftliche Flächen aufgeforstet werden. Auf der Suche nach geeigneten Gebieten ist das Forstamt unter anderem in Maulbronn, Mühlacker und Illingen fündig geworden.

VON FRANK GOERTZ

„Auf Heimsheimer Gemarkung selbst gibt es keine geeigneten Flächen, die im Besitz des Landes Baden-Württemberg und gleichzeitig an Landwirte verpachtet sind“, erläutert Guido Wölfle, Leiter des Forstbezirks Mitte, warum nicht in der Kommune wiederaufgeforstet wird, wo der Wald auch für das Sägewerkprojekt weichen muss. Weil das Sägewerk allerdings im Verdichtungsraum Stuttgart geplant ist, schreibe das Landeswaldgesetz zwingend eine flächengleiche Ersatzaufforstung vor. Also hätten sich die beteiligten Behörden in der Umgebung umgeschaut. Suchkriterien: Die Flächen müssten im Besitz des Landes sein, an Landwirte verpachtet und gleichzeitig am Waldrand liegen oder von Wald umgeben sein.

 Jetzt sollen unter anderem 48 000 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche in Maulbronn in Nähe der Mülldeponie, 10 000 Quadratmeter in Illingen oberhalb der Seemühle und 10 000 Quadratmeter auf Mühlacker Gemarkung am Waldausgang Richtung Pinache mit Laubmischholzkulturen bepflanzt werden. Weitere 12 500 Quadratmeter in Tiefenbronn und 25 000 Quadratmeter in Neuhausen sollen in Wald umgewandelt werden. In Niefern hingegen soll für den Heimsheimer Waldverlust 15 000 Quadratmeter Weideland entstehen.

 „Die landwirtschaftlich genutzten Flächen sind derzeit unbefristet verpachtet, Die Verträge können allerdings in der Regel jeweils zum Jahresende mit einer Frist von zwölf Monaten gekündigt werden“, erklärt Wölfle, der weiß: „Einige Landwirte werden sicher nicht begeistert sein, wenn wir die Pachtverträge kündigen.“ Das Landratsamt will ihnen aber auch entgegenkommen. „Wir müssen die Verträge ja nicht von heute auf morgen kündigen.“ Eine Übergangszeit von drei bis sechs Jahren sei vorstellbar, damit die Landwirte sich auch bei Bedarf nach Alternativen umschauen können.

 Bislang seien noch keine Kündigungen ausgesprochen worden. „Schließlich gibt es auch noch keine rechtsgültige Baugenehmigung für das Sägewerk“, sagt Wölfle. „Bevor die nicht vorliegt, werden wir von uns auch nicht weiter aktiv.“

 Die Kosten für die Aufforstung müsse aller Voraussicht nach Pollmeier tragen, sagt der stellvertretende Leiter des Enzkreis-Forstamts. „Wir rechnen für die jungen Bäume und die Lohnkosten etwa mit 8000 bis 10 000 Euro pro Hektar.“

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