Vorerst bleibt alles, wie es ist

Erstellt: 30. April 2009, 00:00 Uhr
Vorerst bleibt alles, wie es ist Zu viel Verkehr, zu viele Stockungen und zu wenig Aufenthaltsqualität: Die SPD-Fraktion im Mühlacker Gemeinderat hält den Verkehr in beiden Richtungen in der Bahnhofstraße für falsch – doch im Gemeinderat gibt es derzeit keine Mehrheit für eine probeweise Einbahnstraße. Foto: Sadler

SPD scheitert mit ihrem Vorstoß für eine probeweise Einbahnstraße in der Bahnhofstraße.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Aus der Mühlacker Bahnhofstraße wird vorläufig keine Einbahnstraße – auch nicht im Rahmen eines Testlaufs. Die Mehrheit des Gemeinderats erteilte einem neuen Vorstoß der SPD-Fraktion eine Absage. Allerdings soll die Frage des Verkehrs in der Innenstadt nach dem Abschluss aller Neubauprojekte noch einmal auf die Tagesordnung kommen.

 Wie berichtet, hatte die SPD bereits im Februar den Antrag gestellt, in der mittleren Bahnhofstraße probeweise für ein Jahr die Einbahnstraßen-Regelung einzuführen. Die Aussprache im Gemeinderat darüber war zunächst zweimal vertagt worden.

 Er halte die aktuelle Regelung mit dem Verkehr in beiden Richtungen für „gescheitert“, stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Roland Peter unmissverständlich fest. Die Autofahrer litten unter Staus und Stockungen, und das Ziel, die Einkaufsmeile vom Verkehr zu entlasten, sei verfehlt worden. Doch auch die Fußgänger seien die Verlierer der aktuellen Situation; ihnen werde die Überquerung der Straße durch die Fahrzeugkolonnen fast unmöglich gemacht. Auch Radfahrer würden die Bahnhofstraße meiden, und auch einige Geschäftsleute wünschten sich eine geänderte Verkehrsführung, sagte Peter. Unter dem Strich sei der Status quo für niemanden wirklich befriedigend.

 Oberbürgermeister Arno Schütterle indes plädierte dafür, mit einer Entscheidung über die Verkehrsführung zumindest so lange abzuwarten, bis das Volksbankgebäude und die Seniorenwohnanlage fertiggestellt und die Goldshaldenstraße wieder freigegeben sei. Erst wenn die Baustellen aufgehoben seien, sei es ratsam, die Verkehrssituation erneut zu betrachten.

 Auch Frank Schneider (FDP) sprach sich gegen neue Weichenstellungen aus. Der Zeitpunkt für die Debatte sei angesichts der laufenden Baustellen falsch gewählt. Er befürchte zudem, dass eine Einbahnstraße noch zusätzlichen Verkehr in der Innenstadt erzeuge, weil die Autofahrer zu Umwegen gezwungen würden.

 Rolf Leo von den Freien Wählern bezeichnete die Verkehrsregelung in der Bahnhofstraße als Kompromiss und nannte eine Tücke einer Einbahnstraße: Der Linienbus, machte Leo klar, dürfe nicht auf die Hindenburgstraße verlagert werden, sondern müsse auch in Zukunft in beiden Richtungen durch die Bahnhofstraße fahren. Auch Christiane Bastian-Engelbert (LMU) machte deutlich, ihre Fraktion könne mit dem derzeitigen Kompromiss leben.

 „Durch eine Einbahnstraße würde sich der Verkehr in der Hindenburgstraße verstärken – und damit in einem sensiblen Bereich“, gab CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle mit Blick auf die dortigen Schulwege zu bedenken. Damit war klar: Die SPD steht mit ihrem Vorstoß allein.

 In der Abstimmung votierten denn auch nur die SPD-Stadträte für den Antrag ihrer Fraktion. Angenommen wurde dagegen der Antrag der CDU, wonach nach dem Abschluss der Bauprojekte eine Bestandsaufnahme des innerstädtischen Verkehrs stattfinden solle, auf deren Basis dann weitere Entscheidungen zu treffen seien.

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