Von einer Lungenentzündung noch keine Spur

Erstellt: 9. Oktober 2012, 23:30 Uhr

Enzkreis/Pforzheim (pm). Trotz wachsender „Ansteckungsgefahren“ als Folge der Schuldenkrise in Europa kann sich die Wirtschaft in der Region Nordschwarzwald nach wie vor gut behaupten. Dies hat die aktuelle Befragung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bei rund 340 Unternehmen aus der Region ergeben.

47 Prozent der Betriebe berichten weiterhin von einer guten, weitere 46 Prozent noch von einer befriedigenden Geschäftslage. Bei sieben Prozent laufen die Geschäfte schlecht. Damit schätzen die regionalen Firmen die aktuelle Lage zwar weniger positiv ein als bei der Befragung im Frühsommer, aber immer noch besser als die Unternehmen im Landesdurchschnitt. „Die Tatsache, dass einige Länder aus dem Euroraum derzeit eine Lungenentzündung durchmachen, während sich bei unseren Unternehmen lediglich ein leichter Schnupfen abzeichnet, spricht für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft“, bilanziert Burkhard Thost, Präsident der IHK Nordschwarzwald.

Bei mehrheitlich befriedigenden Erträgen sind aktuell die Kapazitäten zu 83 Prozent ausgelastet. 44 Prozent der regionalen Unternehmen geben gleichbleibende Bestellungen an, 20 Prozent berichten sogar von steigenden Auftragseingängen. Allerdings habe die Dynamik gelitten.

Die Unternehmen seien sich bewusst, so die Kammer, dass sie nach wie vor in einem herausfordernden Risikoumfeld agierten. Entsprechend vorsichtiger fielen die Prognosen für die kommenden zwölf Monate aus. 56 Prozent, und damit die Mehrheit der Betriebe, rechnen mit einer gleichbleibenden Geschäftsentwicklung. „Unsere Unternehmen, die eine wichtige Zulieferfunktion für die heimische Wirtschaft erfüllen, blicken dennoch selbstbewusst in die Zukunft“, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler. Ein Fünftel der Unternehmen in der Region erwarte auch in der nahen Zukunft eine dynamische Geschäftsentwicklung.

Die hohen Energie- und Rohstoffpreise erhöhten die Kosten und könnten angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks nicht immer an die Kunden weitergegeben werden, gibt die IHK zu bedenken. Unter der Unsicherheit über die zukünftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen leide die Investitionsbereitschaft im Inland. 55 Prozent der Unternehmen gingen von gleichbleibenden Investitionen aus; allerdings planten weniger Firmen als noch im Frühsommer, mehr im Inland zu investieren. Vorsichtig abwartend zeigten sich die Firmen auch mit Aussagen zur Beschäftigtenzahl. Zwei Drittel gingen davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter konstant bleibe.

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