Von Brandschutz bis Bolzplatz

Erstellt: 28. August 2008, 00:00 Uhr
Von Brandschutz bis Bolzplatz Sanierung in Lienzingen: Oberbürgermeister Arno Schütterle (l.) und Tiefbauamtsleiter Fritz Schick möchten ein Zeichen setzen, das private Investitionen nach sich zieht. Foto: Goertz

Stadt investiert in die Infrastruktur der Teilorte und denkt dabei an junge Familien

Mühlacker – „Unsere Teilorte sind uns lieb und vor allem auch teuer“, sagt Gottfried Kautter vom Gebäude- und Grundstücksmanagement der Stadt Mühlacker. Deshalb investiere die Stadt ständig in die Schulen und Infrastruktureinrichtungen von Großglattbach bis Lienzingen, von Lomersheim bis Enzberg. Einige Projekte hat unsere Zeitung gestern bei einer Baustellenrundfahrt mit der Rathausspitze in Augenschein genommen.

VON FRANK GOERTZ

Dabei sind diese Projekte nur die Spitze des Eisbergs, wie Oberbürgermeister Arno Schütterle betont. Über 150 Maßnahmen würden Gottfried Kautter und seine 13 Mitarbeiter pro Jahr stemmen. Die Aufgaben und die Reihenfolge diktiere vor allem eine Prioritätenliste, die der Gemeinderat vor fünf Jahren festgezurrt hat.

 „Uns beschäftigen vorrangig vier Themenfelder“, berichtet Schütterle. „Erstens wollen wir den Sanierungsstau an vielen Gebäuden in den Griff bekommen. Zweitens sollen unsere Schulen zukunftssicher für die Neuen Medien gemacht werden. Drittens beschäftigt uns die Entwicklung zu Ganztagsschulen, und viertens genießen Brandschutzmaßnahmen als Folge einer neuen Verordnung des Landes höchste Priorität. Darüber hinaus behalten wir stets Energiesparmaßnahmen im Auge.“

 Beispiel Lomersheim: Hier arbeiten die Handwerker momentan mit Hochdruck an der Wendlerschule, wo die Stadt in den letzten fünf Jahren 138 000 Euro investiert hat. Zurzeit wird der Brandschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht.
 Am Rande der Baustellenbesichtigung lässt Schütterle durchblicken, dass er ein großer Fan davon ist, sich mit Geschick und Muskelkraft nach oben zu bewegen. Stolz zeigt er die Kletterwand, die vor einigen Jahren an der Wendlerschule installiert wurde. „Bald bekommt auch die Grundschule in Lienzingen eine Kletterwand“, soll die Wendlerschule keine Einzelfall bleiben. Schütterle wünscht sich ferner, dass bei einem künftigen Sporthallenbau auch an eine größere Kletterwand im Außenbereich gedacht wird.

 Beispiel Lienzingen: Hier hat der Bauhof an der Grundschule die künftige Kletterwand schon vorbereitet. Es fehlen nur noch die Griffe. Außerdem wird die Grundschule in Sachen Brandschutz aufgerüstet und das Dach des Altbaus saniert. „Der Altbau wird uns in Zukunft noch sehr beschäftigen“, befürchtet Kautter. Durch drückendes Wasser seien Feuchteschäden in den Klassenzimmern entstanden, die in den Hang hineingebaut wurden. Außerdem hätten die großen Fenster auch schon die besten Zeiten hinter sich.

 Während an der Schule Modernisierung großgeschrieben wird, steht rund um die Kirche fachgerechte Sanierung auf dem Stundenplan. Derzeit lässt die Stadt an der Kirchenburggasse neue Asphalt- und Pflasterflächen aus Naturstein anlegen. Die Stadt möchte damit für das Sanierungsprogramm Lienzingen ein Zeichen setzen und hofft, dass viele Privatleute Zuschüsse aus dem Programm abrufen. „Alle Planungen sind mit den Anliegern abgestimmt“, sagt Schütterle, der „eine steigende Mitwirkungsbereitschaft“ in der Bevölkerung verspürt und hofft, dass durch die Sanierungen Lienzingen für junge Familien attraktiver wird.

 Beispiel Heidenwäldle/Eckenweiher: Hier sind momentan die Sanierungsarbeiten an der Grundschule in der Abschlussphase vor dem Schulstart in elf Tagen. „Angefangen hat alles vor zwei Jahren mit zwei WC-Anlagen, jetzt ist der Brandschutz an der Reihe, demnächst müssen noch Fenster und die Fassade saniert werden“, macht Schütterle deutlich, dass an der Grundschule Heidenwäldle in den letzten fünf Jahren überdurchschnittlich viel investiert wurde. Der Oberbürgermeister nennt Zahlen: „Insgesamt 390 000 Euro. Das sind 600 Euro pro Schüler pro Jahr.“

 Schütterle hofft, dass die Wohngebiete Heidenwäldle und Eckenweiher in Zukunft viele junge Familien anziehen. Nicht zuletzt aufgrund des bereits einsetzenden Generationenwechsels in dem Gebiet habe die Stadt auch etwas mehr als 10000 Euro für neue Spielgeräte auf dem Waldspielplatz ausgegeben. „Er ist ein Geheimtipp vor allem für kleinere Kinder“, verrät Schütterle und betont: „Die Stadt investiert etwa 80 000 Euro pro Jahr in ihre Spielplätze. Schließlich wollen wir uns nicht nur als Junge Stadt beflaggen, sondern auch Taten zeigen.“

 Beispiel Enzberg: In der Investitionshitliste nimmt die Hartfeldschule den Spitzenplatz ein. „Wir haben in den letzten fünf Jahren alleine in die Schule, ohne die Halle, 1,8 Millionen Euro investiert. Das sind über 1500 Euro pro Schüler pro Jahr“, so Schütterle. Derzeit arbeiten die Handwerker mit Hochdruck in der Sporthalle, die auch von Vereinen genutzt wird. Die 30 Jahre alte schadhafte Bodenkonstruktion wurde bereits rausgerissen, im Moment wird der Untergrund gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet, ehe der Sportboden verlegt wird. Kosten: 215000 Euro.

 Ein Herz für junge Sportler zeigt die Stadt auch neben der Turnhalle. Weil Anlieger des Bolzplatzes unterhalb der Schule sich über Lärm beschwert haben, musste die Stadt die Bolzzeiten limitieren. Um Kindern nicht den Spaß am Fußball zu verderben, wurden auf der Grünfläche neben der Halle zwei Tore aufgestellt. „Durch die größere Entfernung zur Wohnbebauung herrschen hier bessere Verhältnisse“, hofft Schütterle auf Ruhe in Enzberg.

 „Bolzplätze“ ganz anderer Größenordnung entstehen momentan in Enzberg an der Kanalstraße. Insgesamt 1,5 Millionen Euro gebe die Stadt für das neue Sportgelände aus, davon alleine 550000 Euro für den Grunderwerb, so Schütterle. Hier entsteht nicht nur ein Bolzplatz für den Nachwuchs, auf dem ab dem Frühjahr 2009 gekickt werden darf. Die Viktoria Enzberg legt hier mit einem städtischen Zuschuss von 255 000 Euro zwei neue Fußballfelder an und baut ein neues Clubheim.

 Die Stadt selbst hat die alten Anlagen von Viktoria gekauft und hofft, dass sich die Investition in Zukunft amortisiert. „Die Flächen liegen im Gewerbegebiet. Wir wollen sie vermarkten“, sagt Schütterle.

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