Vom Löffelstiel zur Löffelstelz

Erstellt: 24. August 2010, 00:00 Uhr
Vom Löffelstiel zur Löffelstelz Gute Resonanz: Mehr als 20 Besucher nutzen die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Burgruine Löffelstelz zu werfen. Außerhalb der Besichtigungstermine ist das Tor verschlossen.

Trotz Urlaubszeit und sommerlicher Hitze erfreut sich
die Burgführung einer großen Beliebtheit

In früheren Jahrhunderten musste sich die Anlage gegen ungebetene Besucher zur Wehr setzen, doch seit ihrer Sanierung empfängt die Burgruine Löffelstelz hoch über Mühlacker gerne ihre Gäste. Das Interesse am Wahrzeichen der Stadt ist ungebrochen.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Die Besucher, die an den Sonntagen, wenn die Burgruine geöffnet ist, in das Innere strömen, kommen längst nicht nur aus Mühlacker. „Zunehmend besuchen auch Auswärtige die Burg“, berichtet Sonngard Bodner vom Historisch-Achäologischen Verein Mühlacker.

 Bei den sonntäglichen Führungen hat sie bereits Gäste aus Iptingen, Vaihingen und Pforzheim durch die Ruine geführt, deren Überreste von einer wechselhaften Geschichte berichten. Bei Sonngard Bodner lernen die Teilnehmer „Steine zu lesen“.

 Die Burgwächterin lenkt den Blick auf Details. Drei schwere Gesteinsblöcke an exponierter Stelle, ein Fenster aus gotischen Zeiten – aus Einzelheiten lässt sich die Historie der Burg wie ein Mosaik zusammensetzen. Wie groß das Interesse am historischen Erbe ist, zeigte sich wieder am vergangenen Sonntag. Trotz Urlaubszeit und hochsommerlicher Hitze kamen mehr als 20 Besucher, um an der kostenlosen Führung teilzunehmen. „Wir kennen die Burg bis jetzt nur von außen“, erzählte Ruth Flügge aus Schmie.

 Sie hat die Sanierungs- und Grabungsarbeiten der Scherbabuzzer mit Interesse in der Zeitung verfolgt. Das historische Gemäuer nun mit eigenen Augen und im Detail zu sehen, sei aber noch einmal „etwas ganz anderes“. Je nach Wetter zählt Sonngard Bodner an manchen Öffnungstagen bis zu 100 Ausflügler.

 Nach der Führung macht sie ihren Zuhörern schnell noch einen Besuch im Heimatmuseum schmackhaft. Dort sind etliche der bei den Grabungen zutage geförderten historischen Fundstücke ausgestellt.

 Bis zurück in das zehnte beziehungsweise elfte Jahrhundert reicht die Geschichte der Burg mit dem im Volksmund doch eher ungewöhnlichen Namen Löffelstelz. Woher der stammt? Sonngard Bodner kennt auch die dazu passende Episode. Früher, so erzählt sie, sei die Enzstraße ein eigenständiges Dorf gewesen. Weil sich die Ortschaft aber an der Enz entlang zog, hätten sie die Menschen im Mittelalter mit dem Spitznamen Löffelstiel bedacht – und da war es bis zur Löffelstelz nicht mehr weit.

 Spannende Geschichten über die Burg und die Menschen ihrer Zeit gibt es auch am „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 12. September, zu hören. Weil der Aktionstag unter der Überschrift „Historische Handelswege, Verkehrswege und Pilgerwege“ steht, wird in Kostümführungen der Burganlage in enger Beziehung zur Enz als Verkehrsweg auf den Grund gegangen. Sonngard Bodner: „Eventuell ist die Burg nur deshalb hier entstanden, weil es auf Höhe der Lomersheimer Friedhofskapelle eine Furt gab.“

 Die letzte kostenlose Führung vor der Winterpause findet am vierten Sonntag im September um 15 Uhr statt. Den offiziellen Abschluss der Saison bildet dann die Burgöffnung beim Dürrmenzer Herbst im Oktober mit speziellen Aktionen.

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